Donnerstag, 27. Juli 2017

Lebensmittel-Reste-Verwertung einmal anders

“Beste Reste”-App gegen Verschwendung

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Die Smartphone-App „Beste Reste“ soll dabei helfen, Lebensmittel nicht einfach wegzuwerfen.

 

Rhein-Neckar, 06. Dezember 2012. (red/aw) Deutschland geht zu verschwenderisch mit Lebensmitteln um. Im Rahmen der Initiative “Zu gut für die Tonne” des Verbraucherschutzministeriums soll mit Hilfe einer kostenlosen Smartphone-App die Wegwerf-Mentalität nachhaltig beeinflusst werden.

Von Alexandra Weichbrodt

Was bei einem einzelnen Haushalt noch nicht auffallen mag, summiert sich in der Masse: Elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jährlich auf dem Müll. Das sind im Durchschnitt etwa 82 Kilogramm pro Bundesbürger. Besonders schlimm ist dabei die Tatsache, dass eine Vielzahl der weggeworfenen Lebensmittel eigentlich noch genießbar wäre und nur seinen Weg in den Biomüll antritt, weil der Konsument schlecht gehaushaltet hat.

50 Spitzenköche und Verbraucherministerin Ilse Aigner wollen das ändern – mittels einer App für das Smartphone. Die Einkaufs-App “Beste Reste” soll der Verschwendung ein Ende bereiten.

Lebensmittelreste lassen sich in der Küche nicht immer vermeiden. Mit etwas Phantasie und Freude am Kochen kann aber aus Resten etwas Leckeres gezaubert werden,

gibt Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, bei der Vorstellung der neuen App zu bedenken.

Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, werfen wir weg.

Die neue App bietet u.a. eine Art interaktiven Einkaufszettel, der dabei helfen soll die passenden Einkaufsmengen zu bestimmen. Denn günstige Großpackungen oder Sonderangebote im Supermarkt verleiten uns immer wieder zu übertriebenen Einkäufen. Nicht selten jedoch, entpuppt sich das vermeintliche Schnäppchen als „Fall für die Tonne“.

Die App wird zudem durch ein Lexikon mit nützlichen Tipps zur richtigen Lagerung und Haltbarkeit der verschiedenen Lebensmittel ergänzt. Als Extra erhält der Smartphone-Besitzer außerdem über 50 “Beste Reste-Rezepte“ von Deutschlands Spitzenköchen, wie Sarah Wiener und Johan Lafer.

Die „Beste Reste“-App bietet neben leckeren Rezepten auch viele Informationen und Hinweise zur richtigen Lagerung von Lebensmitteln.

 

Reste-Verwertung per Smartphone.

Es ist Sonntag und im Kühlschrank herrscht gähnende Leere. Im Magen leider auch. Die wenigen Reste, die noch zu finden sind, ergeben auf den ersten Blick kein sehr ausgewogenes Menü. Hier ist Kreativität gefragt. Oder aber die neue App.

Bevor es also an den Herd geht, lohnt sich der Blick auf das Smartphone. Die “Beste Reste” App fragt zunächst nach den übrig gebliebenen Lebensmitteln. Von A wie Auberginen bis Z wie Zucchini können die vorhandenen Zutaten ausgewählt werden.

Danach schlägt die App (im Optimalfall) gleich mehrere passende Rezepte vor. Das ausgewählte Rezept kann der Nutzer jetzt noch an die benötigte Menge bzw. die Anzahl der hungrigen Personen anpassen.

Von Klassikern bis hin zur kreativen Gourmetküche ist alles dabei. Regelmäßig kommen neue Rezepte hinzu. Die App lässt sich einfach aktualisieren. Die Nutzer haben außerdem die Möglichkeit ihre eigenen Reste-Rezepte vorzuschlagen.

Die Idee ist gut, aber ausbaufähig.

Leider zeigt der Praxis-Test, dass viele der vorgeschlagenen Rezeptideen nicht immer deckungsgleich mit den eingegebenen Zutaten sind. Viele Vorschläge würden sich nur durch Zukauf weiterer Lebensmittel zubereiten lassen. Es müssen also schon einige Reste anfallen, um ausschließlich davon eine schmackhafte Mahlzeit zaubern zu können.

Viel eher, kann sich der Nutzer vor dem Einkauf über mögliche Verwendungsmöglichkeiten noch vorhandener Lebensmittelreste informieren und seinen Einkaufszettel darauf abstimmen. So lässt sich das Wegwerfen zumindest einschränken. Ganz ohne Bio-Müll kommt man aber auch nicht mit der „Beste Reste“-App aus.

Info:
Die kostenlose App ist für iOS ab der Version 4.1 für iPhone, iPad und iPod touch im App Store sowie für Android-Geräte im Google Play Store erhältlich. Allerdings verwirrt die Namensgebung: Im AppStore heißt die App „Zu gut für die Tonne“, auf dem iPad „Beste Reste“.

Anwender ohne Smartphone können auf die Tipps sowie die wachsende Datenbank mit derzeit 242 Rezepten über www.zugutfuerdietonne.de zugreifen.