Sonntag, 20. August 2017

Petry bewegt Dich: Und der Tag gehört Dir…

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Guten Tag!

Heddesheim, 05. August 2010. Für viele Menschen, für viele Familien ist der August der Ferienmonat – endlich ausspannen. Vom Job, von der Schule. „Ist das gut so, ist das gesund?“ fragt unser Kolumnist Matthias Petry. Entspannung ist sicher gut, aber ohne Spannung nichts. Deswegen plädiert Matthias Petry für Bewegung. Denn die hält uns und unsere Welt eben in… Bewegung.

Von Matthias Petry

Aktiv in den Ferien

August, Sommerferien, Urlaub – die schönste Zeit des Jahres. Jetzt mal richtig lang ausschlafen und tagsüber faulenzen. Das haben wir uns redlich verdient, nachdem wir doch das ganze Jahr schuften. Endlich ich – Zeit für mich!

Die Füße hochlegen und nichts tun – ob zu Hause oder am Urlaubsort – das ist echte Erholung. Am Baggersee, Strand oder Hotelpool liegen, ab und zu die Zehen ins Wasser, dann kurz mal zum Kiosk laufen, dann wieder aufs Handtuch. Super!

Abends auf die eigene Terrasse, dann Fernseher und ab ins Bett. Oder Abendessen im Hotel, dann Animationsprogramm anschauen, dann Fernseher im Hotelzimmer und ab ins Bett. Und das jeden Tag – wie schön!

Urlaub steht für abschalten – vom Alltag, unser Körper aber will und braucht Bewegung.

An dieser Stelle muss die Frage erlaubt sein: Ist das gesund? Was hat unser Körper von der freien Zeit? Ignorieren wir seine Bedürfnisse damit im Urlaub nicht genauso, wie wir das im Alltag tun? Wo bleibt da die Bewegung, die wir doch so dringend brauchen?

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"Beweg Dich, so wie es Dir gefällt", sagt Matthias Petry. Auch im Urlaub, denn unser Körper will bewegt werden. Bild: local4u

Jetzt steht uns endlich freie Zeit zur Verfügung. Einen Teil davon könnten wir gut für Bewegung nutzen. Doch das bleibt meist aus. Wir sind zwar im Urlaub, unseren Körper haben wir aber leider im Alltag zurückgelassen. Das ist traurig.

Für unseren Körper macht es keinen Unterschied, ob wir auf dem Balkon im Liegestuhl sitzen oder am Schreibtisch vor unserem Büro-PC, ob wir im Mietauto über eine Insel kurven oder im eigenen Auto zur Arbeit. Er wird in allen Fällen zu wenig bewegt.

Machen Sie aktiv Urlaub.

Unser Körper leidet, wenn er nicht gefordert wird. Die Rückenschmerzen sind auch auf Mallorca dieselben, das Ãœbergewicht macht auch auf den Malediven zu schaffen und die Laune ist auch nicht die beste, wenn die Liege am Pool auf Kreta belegt ist.

Da muss ein neues Konzept her – eine neue Strategie, die den Körper im Urlaub mehr einbezieht: Bewegung! Den Urlaub aktiv verbringen – die Zeit hat man dafür. Und erst die Möglichkeiten – unzählige. Man muss sie nur nutzen.

Pool, Meer und Baggersee sind zum Schwimmen da – tun Sie´s! Leihen Sie sich ein Fahrrad und kein Auto! Machen Sie ausgiebige Spaziergänge vor allen Mahlzeiten – am besten barfuß am Strand oder in Wanderschuhen den Berg hinauf.

Was bietet das Animationsprogramm im Hotel? Gut, es muss nicht Wasserball um 13 Uhr in der Mittagshitze sein – auch Minigolf können Sie gegebenenfalls auslassen. Aber vielleicht gibt´s ja eine gute Morgengymnastik oder Beachvolleyball in den Abendstunden?

Yoga, Minigolf, Tanzen, Aerobic – ganz egal, nutzen Sie Bewegungsangebote!

Ausprobieren ist angesagt – wenn nicht jetzt, wann dann? Nordic Walking, Aerobic, Yoga – meistens gibt´s doch für jeden etwas passendes. Und wenn doch nicht, dann wenigstens abends tanzen gehen, wenn die Musik in der Lobby aufspielt.

Sie werden sehen: Bewegung macht Spaß – Sport wertet den Urlaub auf. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man vor dem Frühstück eine halbe Stunde schwimmen war. Oder beim Abendessen richtig reinhauen kann, weil man am Nachmittag mit dem Rad unterwegs war.

Schwerer heimkommen als ankommen ist in jedem Fall schlecht – dagegen sind Bewegung und Sport ein gutes Mittel. Im Urlaub schmeckt das Essen meist noch besser als zu Hause – genießen lässt sich das trotzdem: Wenn man aktiv bleibt.

Mit Sport schmecken die Köstlichkeiten noch besser.

Natürlich ist das leichter gesagt als getan. Mit der Motivation ist das so eine Sache. Wenn das Unterbewusstsein ständig Signale sendet wie: „Bleib´ sitzen“, „schlaf dich aus“, „kannst auch morgen noch anfangen“, „heute ist doch so schönes Wetter“.

Hören Sie da nicht hin. Fangen Sie sofort an. Absolvieren Sie jeden Tag ein Programm – probieren Sie unterschiedliche Aktivitäten aus. Ãœbertreiben Sie nicht. Powern Sie sich nicht aus – beenden Sie jede Aktivität mit einem guten Gefühl. Bleiben Sie konsequent.

Belohnen Sie sich – aber erst nach Ihrer Leistung. Setzen Sie sich kleine, realistische Ziele: jeden Tag 50 Meter mehr schwimmen, fünf Minuten länger spazieren oder eine Bauchübung dazu. Dann wird das auch was.

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub – soweit klar. Trotzdem verpuffen die gesundheitlichen Verbesserungen wieder schnell, wenn man nach vierzehn Tagen Aktivurlaub wieder in den bewegungsarmen Alltagstrott verfällt.

Sport hilft beim Abschalten.

Zu Hause gilt es, an den Urlaubsleistungen anzuknüpfen. Die Motivation hochzuhalten. Bewegung in den Alltag einzubauen. Wie das gelingen kann, lässt sich in der Juliausgabe (siehe Link) nachlesen. Bleiben Sie am Ball – jetzt nicht abreißen lassen.

Vielleicht haben Sie auch an einer Sportart, die Sie im Urlaub ausprobiert haben, Gefallen gefunden. Dann sollten Sie schauen, wo Sie diese zu Hause weiterbetreiben können: im Sportverein, im Tennisclub, bei der Volkshochschule oder im Fitness-Studio oder auch gerne, wenn sie die Treppe statt dem Aufzug benutzen, ein wenig mehr laufen.

Bewegen Sie sich. Es lohnt sich ganz sicher 🙂

Ich wünsche Ihnen einen aktiven Urlaub, wo auch immer Sie diesen verbringen!

Zu Hause gilt es, an den Urlaubsleistungen anzuknüpfen. Die Motivation hochzuhalten. Bewegung in den Alltag einzubauen. Wie das gelingen kann, lässt sich in der Juliausgabe nachlesen. Bleiben Sie am Ball – jetzt nicht abreißen lassen.

Mit sportlichen Grüßen
Matthias Petry

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich tätig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und möchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise gesünder werden.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.