Samstag, 19. August 2017

Grünphase für Fußgänger an der Ampelanlage am Rathaus wird verlängert

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Keine Chance - neun Sekunden Grünphase sind zu kurz. Die Schaltzeit wird in den kommenden Tagen auf neunzehn Sekunden erhöht.

Heddesheim/Heidelberg, 05. Oktober 2011. (red) Die Grünzeit für Fußgänger an der Rathauskreuzung wird deutlich verlängert, hat uns das zuständige Landratsamt auf Anfrage bestätigt. Wir hatten im Auftrag von Leserinnen und Lesern dazu nachgefragt.

Von Tillmann Bross

Mehrere Leserinnen und Leser haben uns darauf hingewiesen, dass sie mit der Länge der Grünphasen der Ampel am Rathaus unzufrieden sind. Ihre Kritik: Die Zeit ist viel zu kurz, um bei grün die andere Straßenseite zu erreichen. Wir haben dies überprüft – in nur neun Sekunden muss man über die Straße rüber sein. Vor allem ältere Menschen, Kinder und Frauen mit Kinderwagen sind durch die kurzen Schaltphasen verunsichert. Nach einer Nachfrage beim Landratsamt wurde uns mitgeteilt, dass die Grünphase von neun auf neunzehn Sekunden verlängert wird.

Berno Müller, Pressesprecher des Landrats, sagte: „Ihre Beobachtung ist nicht verkehrt. Man muss dazu aber wissen, dass es verschiedene Ampelprogramme gibt, so zum Beispiel während der Kernzeiten, in denen Schüler die Kreuzung überqueren (morgens und mittags jeweils zwei Stunden). Dann ist die Zeit neunzehn Sekunden lang, nicht nur neun.“

Die Beschwerden richteten sich auch auf Zeiten außerhalb des „Schülerverkehrs“. Wie immer gibt es für alles Vorschriften. Nach diesen ist, so Berno Müller, alles korrekt eingestellt. Es gibt hier aber auch eine gewisse Entscheidungsfreiheit.

„Allerdings entsprechen auch die bisher berechneten und geschalteten neun Sekunden der Richtlinie für Lichtsignalanlagen, sind jedoch je nach Fussgängerklientel (ältere Menschen, behinderte Menschen etc) auch verlängerbar. Eine Verlängerung der Fussgängergrünzeiten darf aber die Leistungsfähigkeit der gesamten Anlage nicht über die Maßen mindern. Am unten genannten Knotenpunkt dürfte dies nach Berechnungen auch bei längeren Zeiten nicht zu erwarten sein.“

Aus Sicht unserer Leserinnen und Leser kommt die gute Botschaft ganz zum Schluss der Antwort. In den nächsten Tagen wird insgesamt eine längere Grünzeit von neunzehn Sekunden eingestellt.

„Wir werden bis Ende dieser Woche (der 40. KW, man braucht schon etwas Vorlauf, weil dies rechtlich angeordnet und auch an eine Firma beauftragt werden muss) ein Programm schalten, das eine Fußgängergrünzeit über die Schaafeckstraße von neunzehn Sekunden (bisher neun Sekunden) hat.“

Leserinnen und Leser hatten uns auf den Missstand aufmerksam gemacht - das Landratsamt hat schnell reagiert.

Anmerkung:
Tillmann Bross (17), ist Gymnasiast (12. Klasse) aus Bad Dürkheim und absolviert zur Zeit ein Kurzpraktikum beim Heddesheimblog.de.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Günther Heinisch

    Guten Tag,

    die Verlängerung der Grünphasen für Fußgänger an der zentralen Kreuzung in Ortsmitte klingt beim ersten Hinhören und sieht auf den ersten Blick erfreulich aus und ist dies auch aus Sicht der Fußgänger. Besonders für – nein eigentlich nicht nur für Ältere und Kinder, für alle Fußgänger.

    Dennoch gibt es einen Punkt zu beachten. Vor der Umstellung auf eine zentrale Grünphase an der Rathauskreuzung für alle Fußgänger konnte entweder von West nach Ost oder von Nord nach Süd der Verkehr auf der Straße fließen, während eben nur eine Richtung für Fußgänger Grün war.

    Mit der Umstellung auf „Alle Fußgängerampeln Grün“, ein Zustand der mir schon von der Farbe her gefällt, fließt in diesen – wie wir nun wissen 9 Sekunden +/- einige Sekunden Umschaltphase – aber gar kein Straßenverkehr mehr. Dieser Straßenverkehr staut sich seither vor den Ampeln in einer Art, die es vor dieser Umstellung selten gab.
    Auf der Oberdorfstraße oft zurück bis zur Einmündung der Vorstadtstraße, auf der Unterdorfstraße zurück bis zur Volksbank, auf der Schafeckstraße zurück bis zum Dorfplatz und auf der Beindstraße manchmal bis zur Alten Schule, wenn auch seltener. Das wohlgemerkt in Spitzenzeiten.

    Die meisten Autos stehen da mit laufenden Motoren. Was wird nun passieren wenn die Wartezeit für den Straßenverkehr vor den roten Ampeln generell auf 19 Sekunden +/- Umschaltphase sagen wir auf durchschnittlich 25 Sekunden verlängert wird?
    25 Sekunden in denen kein Straßenverkehr abfließen kann, aber von hinten her immer neue Fahrzeuge jeder Art hinzukommen.
    Wie lange werden die Grünphasen für den Straßenverkehr sein? Wird es reichen, um eine Fahrtrichtung bei Grün völlig die Ampel passieren zu lassen, die betreffende Straße „leer“ zu machen?
    Wie ändert sich dadurch die Situation in der Beindstraße wenn in der Grünphase Linksabbieger in die Oberdorfstraße gezwungenermaßen den Verkehr hinter sich aufhalten?

    Dazwischen kommen noch die Buslinien, die sich per Fernbedienung den Weg freischalten können und damit auch in den Verkehrsfluß eingreifen…

    Kurz, persönlich halte ich die einfache (?) Verlängerung der Grünphase für alle Fußgängerampeln für zu kurz gegriffen und zu wenig durchdacht.
    Die Anwohner sind vom Verkehr generell schon genug betroffen, da sollte der stehende Verkehr nicht noch verschärfend hinzukommen.

    Es braucht eine analyse und eine Entscheidung, wie man an diesem zentralen Verkehrsknotenpunkt am Besten allen Bedürfnissen gerecht werden kann.

    Günther Heinisch

  • Tommes

    Umstellung aller Fußgängerampeln auf Grün …. gleichzeitig !? Das habe ich ja noch nie gehört oder auch nirgendwo gesehen. Ist dem wirklich so, halte ich dies für einen Schildbürgerstreich. Vielleicht sollte das auch mal den Autos probiert werden. Wäre mal etwas Neues.

  • Reiner

    Hallo,

    ich denke hier werden Themen diskutiert, bei denen man ein wirklicher Experte sein muss. Herr Heinisch scheint ein solcher bei all seinen Erklärungen zu sein, allerdings denke ich, dass es wesentlich einfacher ist. Die Verlängerung auf 19 Sekunden wird wahrscheinlich nur wirksam sein, wenn „Bedarf“ an der Ampel angemeldet ist, d.h. ein „Schüler“ oder sonst wer betätigt den Bedarfsschalter. Ansonsten, d.h. in der Nacht oder an den Zeiten des Tages, an denen es keinen Fußgängerverkehr gibt, ist die Grünzeit kürzer.

    Es ist gut, wenn bei Bedarf der Fußgänger länger Zeit hat.

    Ansonsten kein Thema, um darauf herumzureiten, bzw. um hier irgendwelche ansonsten ingenieurtechnischen sehr speziellen Fragen zu diskutieren, um den Anschein zu erwecken, alles wäre so einfach.

    Reiner

    P.S.

    Wer hat hier eigentlich mal den Zeitpunkt im Blick, bevor die Signalanlage umgebaut wurde?
    Vor dem Umbau gab es äußerst problembehaftete Linksabbiegersituationen bei gleichzeitiger Grünphase für Fußgänger. Die Querungszeiten für Fußgänger waren damals wesentlich kürzer.
    Mit dem Umbau wurde eine unglaublich für Fußgänger bevorzugte „Alles grün Phase“ erreicht. Wo gibt es das???

    Und trotzdem wird ständig kritisiert!!

    Auch die zuständigen Behörden tun ihr bestes.

  • Reiner Haas

    Nochmals:

    Eine Analyse, d.h. eine Verkehrsuntersungung incl. entsprechender Empfehlungen gibt es bereits.

    Alle Maßnahmen wurden unternommen, um Verbesserungen zu ermöglichen.

    Alle weiteren Untersuchungen können den bestehenden und zukünftigen Quell- und Zielverkeher nicht verändern. Er wird heute und auch in Zukunft so bleiben wie er ist oder wird.

    Die Verkehrsbelastung beim Knotenpunkt Rahthaus wird nicht geringer werden. Alle werden weiterhin Auto fahren wollen. Rückstaus werden hinzunehmen werden, da es keine Alternativen gibt (außer kein Auto mehr zu fahren).

    Den Fußgängern gleichzeitig die Querung aller fußläufigen Richtungen zu ermöglichen, sei es für 9 oder für 19 Sekunden, ist eine wirkliche Verbesserung für die Heddesheimer.

    Die zentrale Lage des Knotenpunktes wie auch das Verkehrsaufkommen lassen sich nicht wegargumentieren oder anders besser reden. Die „Alles Grün Zeit“ ist und bleibt einzigartig, besser für den Fußgänger geht es nicht. Wer dies für einen Schildbürgerstreich hält, ist für mich in keinster Weise glaubwürdig, da er scheinbar den wertvollen Vorteil für Fußgänger nicht erkennen kann.

    Es gibt hier in keinster Weise Verbessserungsmöglichkeiten.

    Wer mehr fordert, möchte weitere Gutachten, deren Kosten sowie Empfehlungen, die dem Bestand entsprechen in Kauf nehmen.

    Gruß

    Reiner Haas

    • Tommes

      Sie schreiben es ja selbst: So etwas gibt es nirgendwo anders ! Warum nicht ? Weil es eine Farce ist. Der Rückstau an der Ampelanlage zu Stoßzeiten weitet sich mittlerweile bis zur alten Apotheke aus. Fragen sie doch mal die Anwohner, die genervten Autofahrer, von den Emissionen ganz zu schweigen. Ich halte es nach wie vor für einen Schildbürgerstreich.

  • Müller

    Hallo

    Wohne selbst an diesem punkt und muss sagen es ist für alle drei parteien schwierig da es die bewohner sehr stört ! und wenn die kids die straße überqueren müssen sie fast komplett auf der straße laufen das sie wirklich über zwei ampeln kommen ! denke das beste wäre es damals gewesen für lkw bis 7,5t frei und alles was größer ist durfahrt gesperrt und man hätte dann einen kreisel hinbauen können erstens spart es enorm viel strom 2.fliest der verkerh viel besser und drittens kann man an einem kreisel zebrastreifen hinzufügen alle drei punkte sind somit aufgelößt aber naja wir kleinen haben ja nix zu melden 😉