Dienstag, 13. November 2018

Hauptschulthema wird politisch – Hirschbergerheddesheimer Lösung ohne Chance?

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Guten Tag!

Heddesheim, 04. November 2009. Wer hätte das gedacht? Es gibt beim „MM“ doch noch den Willen zur journalistischen Recherche. Nein, nein: Das müssen Sie nicht falsch verstehen, sondern richtig.
Während es beim Thema Pfenning eine „Beißhemmung“ beim MM gab, legt die Kollegin Anja Görlitz nun beim Thema Hauptschule vor. Thematisch ist das nicht vergleichbar. Aus journalistischer Sicht – und damit aus Sicht der Öffentlichkeit und der Bürger macht Frau Görlitz jetzt aber das, was Journalisten immer tun sollten: Recherchieren, die Ergebnisse aufschreiben und Öffentlichkeit herstellen. Und das ist gut so.

Kommentar: Helle Sema

Und was Frau Görlitz im MM aufgeschrieben hat, gefällt weder Hirschberg noch Heddesheim und schon gar nicht der FDP, die sich irgendwie als Vorreiter einer „Entwicklung“ sieht – leider hat sie sich verritten und dafür einen Strafzettel in Form eines Abwurfs kassiert.

Der Bericht von Frau Görlitz fängt mit einem entscheidenden Satz an: „So, wie Heddesheim und Hirschberg sich ihr gemeinsames Werkrealschul-Konzept vorstellen, sieht es das geänderte Schulgesetz nach Auskunft eines Sprechers des Kultusministeriums nicht vor.“

Solche Sätze sind geeignet, Stress zu verbreiten – bei denen, die es angeht. In diesem Fall die Gemeinden Hirschberg und Heddesheim.

„Die Gesetzeslage ist eindeutig“, sagte der Sprecher des Kultusministeriums laut des Berichts und widerspricht damit eindeutig „einer Pressemitteilung der FDP/DVP-Landtagsfraktion“.

Im Kern geht es darum, dass durch eine Veränderung der Hauptschulsituation eigentlich nichts verändert werden soll – doch das wird kaum möglich sein, wie der MM berichtet: „Demnach müssten sich Heddesheim und Hirschberg spätestens für die höheren Klassen auf einen gemeinsamen Unterrichtsstandort einigen. Eine achte Klasse hier, die andere dort – das ginge dann nicht.“

In Hirschberg und Heddesheim wird das Thema sicherlich in nächster Zeit Konjunktur haben – man darf gespannt sein, welche politischen Vorschläge folgen.

Die Gemeinde Hirschberg war aktuell vorgeprescht und hatte den Hauptsitz einer gemeinsamen Werkrealschule für sich beansprucht und hatte Heddesheim damit kalt erwischt.

Jetzt sind beide Gemeinden durch das Kultusministerium kalt erwischt worden – denn so, wie sich das die eine Gemeinde und wie sich das beide vorgestellt haben, wird es nicht laufen.

Am wenigsten läuft es für die, die unmittelbar betroffen sind – die Hauptschüler.

Die alles entscheidende Frage, die Frau Görlitz leider nicht gestellt hat, ist, was der politische Streit für diese jungen Menschen bedeutet.

Es scheint, dass diese Frage nirgendwo auf irgendeiner „Agenda“ steht.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.