Sonntag, 20. August 2017

Grünen-Demo gegen „Pfenning“-Ansiedlung

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Guten Tag!

Heddesheim, 04. November 2010. Am Samstag, den 06. November 2010, ruft der Ortsverand Bündnis90/Die Grünen zu einer Demonstration gegen die „Pfenning“-Ansiedlung auf. Start ist um 14:00 Uhr am Fritz-Kessler-Platz, eine Kundgebung findet im Anschluss auf dem Dorfplatz statt.

War es ein Missverständnis, ein technisches Problem oder eine Mischung aus beidem? Die Heddesheimer Grünen haben für den kommenden Samstag eine Demonstration gegen „Pfenning“ in Heddesheim geplant, angemeldet und nach eigener Aussage genehmigt bekommen.

Unsere Redaktion hatte darüber bis zum 03. November 2010 keine „offizielle“ Information. Anders als Günther Heinisch, Sprecher der Ortsgrünen hier im Kommentar darstellt, können wir nicht drei, sondern nur einen Informationsversuch nachvollziehen.

Richtig ist: Am 25. Oktober 2010 wurde eine email durch Herrn Andreas Schuster an eine email-Adresse von Hardy Prothmann, verantwortlich für das heddesheimblog, mit dem Hinweis auf die „Demo“ und dem Angebot eines Gesprächs gesendet. Diese email verfing sich aus nicht bekannten Gründen im „Spam-Filter“, wurde also nicht zugestellt.

demo

Jetzt auch im Internet - der Aufruf zur Demo. Quelle: Bündnis90/Die Grünen

Nach telefonischer Rücksprache mit Herrn Schuster am 03. November 2010 haben wir dann folgende email an die Redaktionsadresse redaktion(at)heddesheimblog.de erhalten:

Information von Gemeinderat Andreas Schuster für Bündnis90/Die Grünen zur geplanten Samstags-Demo:

„Auch wenn die formale Seite des Bauvorhabens im Gemeindrat mit der klassischen Stimmenverteilung abgenickt wurde, gibt es doch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, die sich mit diesem Projekt nicht abfinden wollen. Zuviele Aspekte sind ungeklärt und niemand konnte die Bedenken der Bevölkerung bisher überzeugend ausräumen. Es „gärt“ im Ort Heddesheim. Diesen Menschen wollen wir die Gelegenheit geben, ihrer Ablehnung und ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Das Gebot der Stunde lautet „pfenning in Heddesheim? Ohne uns!“

Nach Ansicht von uns Grünen wird es höchste Zeit, dass der Widerstand sich auf die Straße verlagert. Wir haben die Gegner des Projektes imGemeinderat nach Kräften vertreten – und wir werden das weiterhin tun. Und neben dem juristischen Weg (derzeit werden verschiedene Klagen vorbereitet), ist eine Demonstration ein deutliches Signal.

Warum sollten sich Heddesheimer an der Veranstaltung beteiligen?

  1. Protest zeigen. Diese Demonstration ist die optimale Gelegenheit, um seiner Ablehnung des Projektes ein Gesicht zu verleihen. „Marschieren statt Reden“ könnte man das umschreiben.
  2. Es geht JEDEN an. Noch immer gibt es viele Bürgerinnen und Bürger in Heddesheim, die glauben nicht von dem Ansiedlungsprojekt betroffen zu sein, nur weil sie nicht an stark befahrenen Straßen wohnen. Ein fataler Irrtum! Wer Hausbesitzer ist, der muss sich Gedanken über schwindende Lebensqualität und sinkende Immobilienpreise machen. Wer Kinder hat, dem sollte die Verkehrssicherheit ein Anliegen sein. Wer zur älteren Generation gehört, mus damit rechnen, dass sich sein Heimatort nachhaltig zum Negativen verändern wird. Und wer in unserem Ort ein Gewerbe betreibt, der wird den Wandel zum primären Logistikstandort schwer zu spüren bekommen.

Jetzt zur Organisation: Hier ist zu beachten, dass wir zwar einen genauen Ablauf geplant haben, jedoch erst jetzt nach dem Abstimmungsgespräch mit dem Landratsamt gestern (unter Teilnahme von Gemeide und Polizei) verbindlich Auskunft geben können.

Die Demonstration wird am 6.11. um 14 Uhr beginnen. Folgende Route wird dann marschiert:

1.) Aufstellung am Rathausplatz
2.) Start in Richtung Beindstraße
3.) Rechts in die Nuitsstraße abbiegen
4.) Rechts in die Vorstadtstraße abbiegen
5.) Rechts in die Oberdorfstraße abbiegen
6.) An der Rathauskreuzung links in die Schaafeckstraße abbiegen bis in Höhe des Eingangs zum Dorfplatz.
7.) Ende des Marsches mit anschließender Kundgebung

Zum Abschluss gibt es eine Kundgebung (hier ist der Heddesheimer Dorfplatz geplant). Was die Redebeiträge betrifft, so wird sicher ein oder mehrere Vertreter der Heddesheimer Grünen das Wort ergreifen. Außerdem geplant ist ein Gastbeitrag von Uli Sckerl und eventuell einem Vertreter des B.U.N.D. (Zusage des letzteren noch offen).“

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Sehr geehrte Damen und Herren.
    grundsätzlich bin ich für die Ansiedlung von Pfenning mit folgenden Auflagen:
    1. Die Fahrzeuge fahren grundsätzlich über die Autobahn – damit ist die Gemeinde nicht betroffen. Gewerbetreibende, die im Gewerbegebiet, auf sehr preiswerten Grundstücken (Vorteil gegenüber Ortsbewohner) ein Wohnhaus errichtet haben, müssten m. E. mit solchen Entwicklungen rechnen. Proteste zum Nachteil der Gemeinde sollten nicht akzeptiert werden.
    2. Mit Pfenning sollten gezielte Ausgleichsmaßnahmen vereinbart werden. Z. B. nach einem Projekt der Uni Göttingen – hier wird der Nachweis von Landwirten nach Artenvielfalt auf ihren Feldern honoriert – sollte hier Pfenning in die Pflicht genommen werden. Nach meinen Informationen grundsätzlich kein Problem.
    3. Mannheim hat vor vielen Jahren die Ansiedlung von BASF in Mannheim verhindert – mit welchem Ergebnis!!!!
    Zusammenfassung: Also sollte Pfenning mit Auflagen in Richtung Artenviefalt und Einsetzung reg. Energien in Heddesheim ansiedeln.
    Dann herzlich Willkommen!!!
    Reinhold Schumacher

    • Heddesheimer

      1. Die Autobahn ist zu und nun? Subunternehmer?
      Jetzt schon sind Fahrten von Pfenning zu beobachten.
      Gewerbetreibende im Gewerbegebiet mussten soviel qm kaufen, dadurch war es ihnen zum teil nur möglich dort ihr Haus zu Bauen, sonst wären sie vorher schon Bankrott gegangen. Auch mussten sie nicht mit 800 LKW Bewegungen rechnen, da es Kleinteilig ausgewiesen ist.

      2. Würde durch eine kleinteilige Entwicklung auch geschehen.

      3. Welches Ergebnis??

      In ihrer Zusammenfassung gehen sie nicht auf ihre punkte ein, werfen sogar andere dinge ein?

    • Mhm’er

      Hallo,

      zu 1: Befragung der Autofahrer hin oder her (wie vor kurzem geschehen). Fakt ist, daß die A5 zu Stoßzeiten zu ist. Und dann werden die LKWs durch den Ort fahren. Sie können mir glauben: Den LKW-Fahrern ist das ganze Gerede hier egal. Die sind unter Termindruck und wollen von A nach B kommen – egal wie.

  • Philipp

    Damit zeigt sich wiedermal wie undemorkatisch die Grünen sind.
    Trotz Bürgerbefragung und Mehrheitbeschluss durch den Gemeinderat, wird weiterhin versucht den Bau von „Groß“projekten sinnlos in die Länge zu ziehen.
    Bleibt nur zu hoffen, dass solch eine Partei niemals dieses Land regiert.

    MfG

    • Peter Kröffges

      Sehr geehrter Philipp,

      „undemokratisch“ ist leider eine sehr pauschale Feststellung.

      Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat im Gemeinderat aus Überzeugung und aus ihrer Sicht zum Wohl der Gemeinde Heddesheim gegen das Projekt gestimmt, dies ist auch ein (ihr) demokratisches Recht.

      Weiterhin ist es ein demokratisches Recht (Art. 8 Grundgesetz) Bürgern/-innen eine Plattform anzubieten, um im Rahmen einer Versammlung auf der Basis des Grundgesetzes gegen für sie wichtige „Projekte“ zu demonstrieren.

      Auch sollten Sie überdenken ob „in die Länge ziehen“ die Sachelage richtig beschreibt. Beispiel: Eine demokratisch getroffene Entscheidung zu respektieren (Ratsbeschluss) bedeutet nicht automatisch, diese auch akzeptieren zu müssen(Bürgermeinung),was sich in Form eines friedlichen Protestes ausdrücken kann und nach meiner Einschätzung auch ausdrücken sollte. An dieser Stelle meine persönliche Einladung zur Kundgebung am kommenden Samstag nach der Demonstation, lassen Sie uns darüber „demokratisch“ diskutieren.

      Professionelle Projektplaner kalkulieren den (einen) möglichen politischen Widerstand ein und wundern sich nicht über Bürger, die ihr (Grund-)Recht nutzen könnten. Übrigens, wieso dauert es so lange den Ratsbeschluss zu veröffentlichen. Soll hier vielleicht etwas in die „Länge“ gezogen werden? (Prüfen Sie mal den Adressat ihres Vorwurfes)

      In der Nachbetrachtung haben die „Grünen“ in der damaligen Regierungzeit gemeinsam mit der SPD nicht immer alles richtig gemacht, das stimmt wirklich, war ja auch das erste Mal. Aber aus meiner Sicht doch vieles in die richtige Richtung gelenkt (z.B. Umweltschutz, Energiepolitik etc.)und überhaupt etwas gemacht, was ich zum jetzigen Zeitpunkt bei FDP / CDU kritisch betrachte und sehr schädlich für unser Land halte.

      Leider kann sich der damalige Regierungspartner nicht mehr so recht an „die“ Gemeinsamkeiten erinnern, aber wenn sich selbst die CDU, oder besser gesagt Herr Dr. Doll in Heddesheim als „GRÜNER“ sieht, war es doch der richtige Weg und Ansatz für neue Denkstrukturen.

      Als „undemokratischer Grüner“ respektiere ich ihre Meinung und freue mich über ihre Beteiligung an einer öffentlichen „demokratischen“ Diskussion, kann ihren Standpunkt aber leider nicht verstehen, da Sie hier Grundrechte im weitesten Sinn als „sinnlos“ darstellen.Dies ist für mich nun wirklich der falsche Ansatz.

      Aber, die (ihre) Hoffnung gestehe ich Ihnen gerne zu.

      Ich hoffe, dass die Grundrechte noch lange in dieser Form den Bürgern/-innen zur Verfügung stehen und auch friedlich genutzt werden.Es gibt Länder, wo Menschen dafür ihr Leben riskieren.

      Glauben Sie mir, nicht ohne Grund steht seit sehr vielen Jahren GRÜN, als die Farbe der Hoffnung. Denken Sie mal darüber nach und bleiben Sie weiterhin demokratisch.

      Gruß
      P.Kröffges

  • Argus

    „Jetzt schon sind Fahrten von Pfenning zu beobachten.“

    Richtig:
    Die weißen Aufleger tragen kein Pfenning-Logo !
    Werden aber von Lkw´s mit HP-Nr.gezogen !

    • Heddesheimer

      Richtig diesen sehe ich auch ab und an, ich meine auch sonntags mittags den LKW mit dem Obstdruck auf dem Anhänger auf der Ringstraße gesehen zu haben.
      Ich könnte mir als Unternehmen Pfenning zukünftig keine schlechtere PR vorstellen als ein Ort der Gespalten ist und ich einen graben durch den Ort gezogen habe.

    • Günther

      Es gibt im Bezierkskreis HP mehr Firmen die mit Lkw’s mit weißen Aufliegern fahren als nur Pfenning.
      Bitte überprüfen Sie Ihre Quellen!

      • Heddesheimer

        Zum überprüfen reicht ein nachfahren um den Ursprung der Quelle zu finden. Tun sie es mal. 😉
        Schön zu sehen dass ein Gezeter um wer ist und wer ist nicht Pfenning jetzt schon zu sehen ist.
        Der LKW mit dem Obst druck auf dem Auflieger fuhr täglich ca 2 mal (ich nehme an jetzt ist es der weiße), ob Subunternehmer oder nicht, stört mich nicht, es sind Fahrten für Pfenning.

        • Günther

          Pfenning Lkw’s haben kein Obst Zeichen auf ihren Aufliegern. Man kann Subunternehmern nicht vorschreiben wo sie langzufahren haben. Fakt ist das die Edeka im Industriegebiet ein Kunde ist und beliefert werden muß. Dafür müssen die Lkw’s ob Pfenning oder nicht „durch“ den Ort(am Badesee vorbei). Würden sie über die Autobahn kommen wäre es ein Umweg… was als Konsequenzen mehr belastung der Umwelt nachsich zieht… da ja weiter gefahrne werden muß. Ich persöhnlich habe in Heddesheim noch nie ein Lkw vor mir gehabt! Kann natürlich auch sein das ich nicht zu den Stoßzeiten da bin da ich wie ein normaler Mensch arbeite… Mich stören eher die Traktoren als die Lkw’s!!

  • Badenser

    Über so ein Wahnsinnsprojekt diskutieren bringt garnichts. Ab auf die Straße und „mit den Füßen abstimmen“! Wir sind morgen jedenfalls mit dabei!

    Grüße, Badenser

  • Michael Jörder

    Hallo Herr Schumacher

    eine kurze Berichtigung zu Ihrer Darlegung :
    Die “ billigen Bauplätze der Gewerbetreibenden“ gibt es nicht!
    Zumindest in der Gemeinde Heddesheim.
    Wenn Sie zugrunde legen, das z.B. ein Privatmann ein Grundstück von 300 qm erwerben kann und ein Gewerbetreibender ein mindestens 1500 qm großes Grundstück( Mindestgröße siehe Homepage der Gemeinde)erwerben muss um sich ansiedeln zu können,ist bereits hier ein gravierender
    Investitionsunterschied zu erkennen.
    Gewerbefläche Mindesterwerb 1500 qm zu 140 Eur/qm = 210 000 Euro
    Privatbauland zum Vergleich 300 qm zu 398 Eur/qm = 119 000 Euro
    Wohnhaus mit ca 200 qm Wohnfläche Baukosten ca 150 000 Euro
    Diese Kosten hat sowohl der Privatmann als auch der Gewerbetreibende.
    Gewerbebebauung einer Gewerbeeinheit Halle mit 500 qm Fläche
    Baukosten ca 200 000 Euro( das ist mit einfacher Ausstattung)

    Somit beträgt die Gesamtinvestition eines Gewerbetreibenden
    der sich mit seiner Firma in Heddesheim ansiedeln will 560 000 Euro
    Bei einem Privatmann beträgt die Gesamtinvestition 269 000 Euro
    Hier frage ich mich??? wer siedelt sich wohl in Heddesheim günstiger
    an???
    Proteste zum Nachteil der Gemeinde????
    Was ist ein Nachteil für die Gemeinde???
    Betrachtet man den Nachtragshaushalt, welcher durch den BM bekanntgemacht wurde wird deutlich, das die vorhandene kleinteilige
    Gewerbestruktur zu enormem Wachstum imstande ist.
    Dies zeigt sich durch die wesentlich höheren Gewerbesteuereinnahmen, welche in diesem Jahr zu erwarten sind.
    Wozu dient die Gründung einer Holding????
    Vermutlich dient diese dazu, Einnahmen so auf unterschiedliche Betriebsteile umzuschichten, dass zum Schluss kaum oder keine Steuern anfallen.
    Somit auch keine Gewerbesteuern.
    Ist es nun ein Nachteil für die Gemeinde eine Entwicklung der Gewerbestruktur in Richtung kleinteiliger Weiterentwicklung zu betreiben, oder ist es zum Nachteil die letzten größeren bebaubaren
    Gewerbeflächen an eine Holding Gesellschaft zu vermarkten?????
    Wogegen sollte man eher Protestieren?
    Mir ist übrigens kein Gewerbetreibender bekannt, welcher gegen die
    Weiterentwicklung der Gewerbeflächen in der bereits bestehenden Form
    protestieren würde.

  • klärer

    Herr Jörder
    Ihre Klarstellung in Ehren, hilft bei Herrn Schuhmann auch nicht weiter. Er hat sich selbst in vielen eigenartigen Darstellungen z.B. Nordbadenhalle präsentiert.
    Sein Ziel ist es kurz zusammengefasst (…). Ein Ziel, das an Lächerlichkeit nicht zu überbieten ist.
    Herr Schuhmann suchen sie doch mal Realitäten. Das kann helfen.

    Anm. d. Red.:
    Dieser Beitrag wurde durch die Redaktion zensiert und der Verfasser erhält eine „gelbe Karte“, weil er gegen unsere Regeln verstoßen hat. Es wurden Behauptungen geäußert, die nicht belegt wurden.

    Die Anmerkung auf die „Darstellung“ bezieht sich auf eine öffentliche Veranstaltung im Sommer 2009: Video.

    Redaktion heddesheimblog