Donnerstag, 29. Juni 2017

Edeka plant Ausbau des Logistikstandorts Heddesheim


Heddesheim, 04. Mai 2011. (red) Am heutigen Abend wird einer der Geschäftsführer von Edeka Südwest, Dr. Detlev Weiler, die Pläne zur Erweiterung des Logistikstandorts Heddesheim der Öffentlichkeit im Bürgerhaus vorstellen. Im Vorfeld informierte das Unternehmen in einer Pressekonferenz über das Vorhaben. Um 18:00 Uhr beginnt die öffentliche Präsentation.

Die Rahmendaten:
Edeka plant den Abriss des Fleischwerks, die Sanierung des Trockensortiments (nördlicher Teil), einen Anbau an das Tiefkühllager sowie auf acht Hektar ein Getränkelager, das bis zu 19,5 Meter hoch werden soll.

Dr. Detlev Weiler, Edeka Südwest-Geschäftsführer stellt Pläne vor. Foto: heddesheimblog.de

Die Haupteinfahrt soll im Bereich des jetzigen Raiffeisen-Standorts liegen. Das dortige Gelände wurde bereits gekauft – Raiffaisen zieht in den Westen des Gewerbegebiets um.

Im SĂĽden des bestehenden Getränke-/TiefkĂĽhllagers soll die Lagererweiterung der Unternehmenstochter „Kempf“ errichtet werden.

Durch das neue Fleischwerk in Rheinstetten werden die Fleischwerkstandorte zentralisiert – in Heddesheim fallen damit 250 Arbeitsplätze weg. 150 „ziehen um“ an den neuen Standort bei Karlsruhe, 100 nehmen den Sozialplan in Anspruch.

Sollte es eine Genehmigung für die Edeka-Pläne geben, wird sich durch Neuanstellungen von (überwiegend) Lagerarbeitern die geplante Mitarbeiterzahl wieder in Richtung des aktuellen Standes von 916 Mitarbeitern entwickeln.

Die Verkehrsentwicklung soll sogar sinken. Rund 40 Lkw-Fahrten und rund 200 Pkw-Fahrten sollen es weniger pro Tag sein.

Nach Angaben des Unternehmens wurden Vorgespräche mit den „sieben oder acht“ EigentĂĽmern gefĂĽhrt, darunter zwei die „sehr groĂźe Flächen“ auf dem geplanten Gelände besitzen.

Insgesamt sei eine Investion von 50-60 Millionen Euro geplant, die Fertigstellung soll zwischen 2015 und 2017 liegen. Geht es nach den WĂĽnschen von Edeka, soll das Projekt noch in 2011 begonnen werden.

Ăśber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Zentrales Regionales Getränke – und Auslieferungslager, zentrales Speditionszentrum, zentraler Logistikschwerpunkt fĂĽr die Region, Hallen so weit das Auge reicht, Fernlasttransporter im Minutentakt… eine schlimmere Entwicklung kann man sich nicht vorstellen. Andere Gemeinden wĂĽrden sich schämen ihren BĂĽrgern das Pfenningprojekt und die Edekapläne als die Entwicklungsperspektive zu verkaufen. Unser BĂĽrgermeister und der GroĂźteil des Gemeinderates feiert das alles als Erfolg und ist noch richtig stolz darauf….
    Kurt Fleckenstein

  • Christoph S.

    Die Erweiterungs- und Umbaupläne von Edeka stellen eine neue Dimension der Umwandlung einer Gemeinde mit hohem Freizeitwert in einen Logistik-Standort mit Wohnfunktion dar. Der BĂĽrgermeister und der Gemeinderat sind längst eingeweiht. Die Mehrheit, die Pfenning das Ja-Wort gab, steht bereit auch eine fragwĂĽrdige Edeka-Erweiterung ohne Fragen zu stellen durch zu winken. Der MM-Artikel dazu ist eingangs so formuliert als sei alles bereits beschlossene Sache und erscheint nur im Wirtschafteil – als seien die Heddesheimer BĂĽrger nicht davon betroffen.
    Nach dem gültigen Flächennutzungsplan 2015/20 (FNP) sind mit der Pfenning-Ansiedlung bereits jetzt alle Flächen bis 2015 ausgeschöpft. Eine Erweiterung des Gewerbegebiets bis zur Leutershausener Straße ist nach dem FNP auch bis 2020 nicht vorgesehen. Selbst die bisherige schwarz-gelbe Landesregierung sprach sich für eine Reduzierung des Flächenverbrauchs aus. Unter grün-rot ist nicht zu erwarten, dass einer weiteren Versiegelung von Grünflächen zugestimmt wird, die bisher noch nicht als Gewerbefläche ausgewiesen sind.
    Die großflächige Anhebung der Bauhöhen auf 19,5 m hätte quasi einen durchgängigen Riegel von Logistikhallen entlang der Bahnstrecke zwischen Großsachsener und Leutershausener Straße zur Folge, die sowhol die Sicht Richtung Bergstraße als auch die Frischluftzufuhr aus dem Odenwald nachhaltig beeinträchtigt.
    Da frage ich mich für wen die Gemeinde Neubaugebiete plant, die eine weitere Flächenversiegelung bei immer weniger Wohn- und Freizeitwert darstellen.

    Christoph S.

  • zosti

    Nun, da in der letzten Gemeinderratswahl -leider- mehrheitlich nur „meinungslose Fingerheber“ gewählt wurden, kann der Heddesheimer GRĂ–BAZ ja schalten und walten wie er will – die Meinungslosen sind weiterhin meinungslos, da sie ja gar nicht verstehen können, wofĂĽr sie den Finger heben und die Herrscher in den Parteien vorgeben, wann der Finger hoch zu gehen hat. Dies aber nicht nur bei reinen Sachentscheidungen sondern auch bei dem mehr als beschämenden Verhalten gegenĂĽber einem einzelnen GMR-Mitglied, das ich als absolut nichtdemokratisch empfinde. Ich lese im Buch von Carl Zuckmayer: „Als wars ein StĂĽck von mir“ In der Zeit ab ca. 1910 bis 1945 sind einige vergleichbare Verhalten beschrieben. Insgesamt betrachtet finde ich, haben viele unserer „Möchtegern-Politiker“ wohl nur eines im Sinn: Was nĂĽtzt mir persönlich? Das Allgemeinwohl steht meines Erachtens immer im Hintergund, die Kohle muĂź in den eigenen Geldbeutel. Aber EntrĂĽstung heucheln wenns um andere geht, z.B. Mubarak, Gadaffi und Co.
    Von wirklicher Demokratie sind wir noch sehr weit entfernt.