Sonntag, 16. Dezember 2018

Böse Überraschung? Ein geplanter Hunde-Trainingsplatz in Muckensturm sorgt für Ãrger

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Lärm? Kot? Stress? Anwohner sind mit dem geplanten Hundeübungsplatz nicht einverstanden.

Heddesheim/Muckensturm, 04. Oktober 2011. (red) In Muckensturm entsteht ein neuer Hundeübungsplatz – zum Ärger der Nachbarn. Die fühlen sich übergangen und wundern sich über das Verhalten des Bauamts.

So riesig wie das Pfenning-Gelände ist der Platz hinter dem Bühler-Hof definitiv nicht. Er sorgt trotzdem für Missstimmung, weil Anlieger Lärm durch Hundegebell sowie an- und abfahrende Autos fürchten:

„Wir haben hier schon genug Verkehr – eine weitere Ruhestörung wollen wir nicht“, sagt einer der Anwohner.

Die Chefin des Bühlerhofs ist auch gestresst. Sie hat das Gelände bearbeiten lassen, Gestrüpp wurde entfernt, Pfosten für einen durchsichtigen Zaun eingetrieben, der begrünt werden soll:

„Ich dachte, die neue Nutzung ist eine gute Idee, weil viele Hundefreunde sowieso schon oft Gast bei uns waren. Der Grund wurde nicht genutzt, wird jetzt schön angelegt, es wird eine Hundetoilette geben und dass ich für einen einfachen Zaun eine Baugenehmigung brauche, hat mich auch verwundert.“

Die Baugenehmigung hat sie aktuell beantragt. Der Rasen ist eingesät. Jetzt heißt es abwarten. Auf die Reaktion des Baurechtsamts in Heidelberg.

Auch für die Anlieger:

„Uns hat geärgert, dass wir vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Als wir nachgefragt haben, hieß es, „Lasst euch überraschen“. Die Art von Ãœberraschung gefällt uns aber nicht.“

Zwei nachvollziehbare Anliegen stehen einander gegenüber: Die Grundbesitzerin möchte eine sinnvolle Nutzung, die Nachbarn wollen ihre Ruhe. Nach Aussage von Frau Bühler hätte sie das Grundstück auch als gepflasterten Hof nutzen können. Eine solche Versiegelung unterbleibt nun. Eigentlich eine gute Sache.

Macht einen verwahrlosten Eindruck - das Vereinsgelände des SV OG Heddesheim.

Die Anwohner leiden unter Lärm und wollen keinen neuen dazu bekommen:

„Man muss auch mal seine Ruhe haben, wenn hier am Ende am Wochenende Agility-Turniere stattfinden, ist die auch dahin. Und die vielen Hunde müssen ja auch ihr Geschäft machen. Wo? In der Natur außenherum.“

Frau Bühler widerspricht. Die Hundetoilette sei eingeplant:

„Außerdem sind diese Hunde extrem gut erzogen. Ich glaube, dass die Befürchtungen nicht eintreffen.“

Eigentlich gibt es in Heddesheim ja ein großes Ãœbungsgelände für den Hundesport. Doch das liegt brach und wird zur Zeit nicht gepflegt – erste Verwilderungen sind erkennbar, das Gelände wirkt verlassen.

Beim SV OG Heddesheim 1954 e. V, dem Verein für Deutsche Schäferhunde Ortsgruppe Heddesheim, soll es interne „Querelen“ geben. Angeblich soll ein neuer Vorstand gewählt worden sein, weil es unter dem alten „zu Unregelmäßigkeiten“ gekommen sein soll. Angeblich verweigert der alte Vorstand Unterlagen und Schlüssel.

Hinweis auf "Querelen" beim SV OG Heddesheim 1954 e.V.

Sicher ist nur, dass ein Aushang und der trostlose Anblick zeigen, dass hier etwas nicht stimmt.

Beim Amtsgericht Weinheim wurde die Eintragung eines Vereins „HSG Muckensturm“ beantragt. Der hat, obwohl noch nicht eingetragen, unter „HSG Muckensturm e.V.“ bereits einen „Logo-Wettbewerb“ im Internet ausgerufen, um ein Vereinslogo entwickeln zu lassen.

Andere Quellen sagen, es sei kein Verein geplant, sondern nur eine „Hundeschule“. Unser Versuch, mit dem SV Kontakt aufzunehmen, ist bislang nicht gelungen.

Und die Anwohner sind extrem verwundert, über eine Erfahrung beim Bauamt:

„Der Bauamtschef Volk hat angeblich nichts von den Plänen gewusst, aber eine Bauamtsmitarbeiterin, mit der wir zuerst telefoniert haben, hat erst viele komische Fragen gestellt und dann mitgeteilt, dass sie selbst zu den Leuten gehört, die dort ihre Hunde trainieren wollen. Das hat uns sehr verwundert, deswegen haben wir jetzt Bürgermeister Kessler und die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats angeschrieben.“

Trostloser Anblick - der Bühlersche Platz wäre eine Alternative, aber die Anwohner sind dagegen.

 

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.