Dienstag, 28. März 2017

Abschluss von Sanierungsarbeiten in der Vorstadtstraße

Von begünstigten Vasallen

hege

Heddesheim, 03. Dezember 2013 (red) Nicht nur im Mittelalter wurden treue Vasallen des Königs für ihre Dienste belohnt. Auch in modernen Zeiten werden die, die auf der sonnigen Seite des Hofes stehen, immer wieder mit kleineren oder auch größeren Vergünstigungen für ihre dem Herrn zugetane Haltung belohnt. „Stimmt nicht!“, denken Sie? „Stimmt doch!“ meint Marie Hedd.

Ein Gastbeitrag von Maria Hedd

Die Bauarbeiten in Heddesheims Vorstadtstraße sind nach acht Monaten abgeschlossen. Alle Anwohner mussten in dieser Zeit Einiges an Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen. Die Zufahrt zu ihren Häusern war nicht oder nur begrenzt möglich. Vor den Häusern gab es keine Parkmöglichkeiten. Die Zugänge zu Fuß oder per Fahrrad waren deutlich erschwert. All dies haben die Bürgerinnen und Bürger ertragen. Die Aussicht auf sanierte Leitungen und ein neues barrierefreies Straßenbild spornten zum Durchhalten an.

Auch CDU-Gemeinderat Rainer Hege wohnt und arbeitet in der Vorstadtstraße. Zusammen mit seiner Frau betreibt er dort einen Hofladen, verkauft Obst und Gemüse sowie selbstgebrannte Schnäpse und Liköre. Um die Kunden während der Bauzeit nicht zu verlieren, ging der Verkauf in einem Container in der Unterdorfstraße weiter – eine wahrscheinlich zufriedenstellende Lösung.

In ein paar Tagen soll die neugestaltete Straße im Rahmen einer kleinen Feier wieder ihrer eigentlichen Bestimmung übergeben werden. Da die Wiedereröffnung von Heges Hofladen praktischerweise am gleichen Tag stattfindet, werden beide Veranstaltung gemeinsam über die verschiedenen Mitteilungsformate Heddesheims angekündigt. Auf Facebook, auf Heddesheims offizieller Internetseite www. Heddesheim.de und nicht zuletzt im Mitteilungsblatt unter den Gemeindenachrichten wird neben kurzer Erwähnung der Sanierung Vorstadtstraße recht ausführlich die Wiedereröffnung von Heges Hofladen beworben. Diese Terminveröffentlichung ist ganz klar als Werbung zu definieren, ist doch ein Hofladen ganz sicher nicht von öffentlichem, sondern allein von privatem finanziellem Interesse – für Herrn Hege.

Wer ist für diese Werbung verantwortlich? Bürgermeister Kessler, um als CDU-nahes Ortsoberhaupt dem CDU-Frakionssprecher einen Gefallen zu tun? Ein Mitarbeiter des Rathauses, dem gar nicht aufgefallen war, sei es aus Unwissen oder Gleichgültigkeit, dass die Erwähnung der Eröffnung des Hofladens eindeutig eine Werbemaßnahme ist? Gar Rainer Hege selbst, der seine „vorzüglichen“ Beziehungen im Rathaus zu nutzen weiß? Da nicht mit einer Antwort zu rechnen ist, habe ich von einer Nachfrage beim Bürgermeisteramt abgesehen. Fakt ist jedoch, dass andere Geschäfte, die auch Anlieger der Vorstadtstraße sind, ebenfalls acht Monate Bauzeit überstehen mussten. Deren Standort liegt zugegebenermaßen nicht in der Mitte der gesperrten Straße, sondern nur an deren Anfang. Damit waren sie vielleicht nicht ganz so stark betroffen. Sie hatten aber auch keine Ausweichmöglichkeit an einen anderen Standort. Diese Geschäfte kamen nicht in den Genuss einer solchen Werbung.

Wie kann es sein, dass die öffentliche Person Rainer Hege nicht ganz klar getrennt wird vom Geschäftsmann Rainer Hege? Der Abschluss von Sanierungsarbeiten steht schließlich in keinerlei Zusammenhang mit einer Geschäftseröffnung.