Sonntag, 20. August 2017

Pfenning: Stell Dir vor, es ist ne Demo und keiner geht hin

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Guten Tag!

Heddesheim, 03. November 2010. Am Samstag, den 06. November 2010, ruft der Ortsverband von B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen angeblich zu einer „Demo“ gegen die beschlossene, aber bis heute mangels Ver├Âffentlichung noch nicht g├╝ltige „Pfenning“-Ansiedlung auf. Der Start soll um 14:00 Uhr sein. Vermutlich am Rathaus – klar ist das aber nicht.

Von Hardy Prothmann

Vermutlich trifft man sich zur Demo „auf dem „Rathausplatz“, so steht es bei der „IG neinzupfenning“ im Internet zu lesen. Nur seltsam, dass es in Heddesheim keinen „Rathausplatz“ gibt. Vermutlich ist der „Fritz-Kessler-Platz“ vor dem Rathaus gemeint.

Laut „IG neinzupfenning“ und auch einer Meldung im Mannheimer Morgen haben die „Gr├╝nen“ in Heddesheim die Demonstration „organisiert“. Leider findet sich auf der Seite der „Gr├╝nen“ im Internet drei Tage vor dem „zivilen Widerstand“ keine Information auf der Internetseite der Gr├╝nen.

Nicht nur nicht auf der Internetseite – kann es sein, dass hier eine Demonstration geplant ist und keiner kriegts mit? Wer bei Google nach der „Demo“ sucht, findet die Meldung beim Mannheimer Morgen und diesen Artikel – sonst nichts, was aktuell w├Ąre.

Gibt es Flyer, Plakate, Infost├Ąnde, eine Pressemitteilung? Infos ├╝ber soziale Netzwerke wie wkw, Facebook oder Twitter? Wir konnten auf Anhieb nichts finden.

Sie sagen jetzt: „Moment. Das heddesheimblog h├Ąlt doch immer so viel auf die eigene Recherche. Warum hat die Redaktion denn nicht bei den Gr├╝nen nachgefragt? Das w├Ąre doch das Naheliegendste?“

Das ist eine absolut berechtigte Frage.

Genauso berechtigt ist es, die Lage einfach nur zu „beobachten“ – auch das ist eine Disziplin der Recherche: Abzuwarten, ob etwas passiert und was passiert. Und wenn etwas passiert, wie es passiert. Und durch oder mit wem es passiert.

Aus unserer Sicht ist genau das die Frage: „Wann soll durch wen was wo und wie passieren?“

Manchmal ist es journalistisch geradezu geboten, einfach abzuwarten und „einen Hund nicht zum Jagen zu tragen“.

Gegen├╝ber dem MM sagten die Gr├╝nen angeblich: „Die Gr├╝nen erkl├Ąren es damit, dass es noch zahlreiche B├╝rger gebe, die sich mit dem Projekt nicht abfinden wollten: „Zu viele Aspekte sind ungekl├Ąrt, und niemand konnte die Bedenken der Bev├Âlkerung bisher ├╝berzeugend ausr├Ąumen.“ Diesen B├╝rgern wolle man mit der Protestaktion Gelegenheit geben, ihren Unmut zum Ausdruck zu bringen.“

Wenn am 06. November 2010 eine Demonstration „gegen Pfenning“ stattfinden sollte, werden wir vor Ort sein und die Veranstaltung dokumentieren. Dann ist auch die Zeit f├╝r Fragen gekommen:

  • Haben Sie den B├╝rgern tats├Ąchlich die „Gelegenheit gegeben, ihren Unmut zu ├Ąu├čern?
  • Sind Sie mit der Organisation der Veranstaltung zufrieden?
  • Sind Sie mit der Zahl der „Demonstranten“ zufrieden?
  • Halten Sie es f├╝r einen gut gew├Ąhlten Termin, zum Ende der Ferien an einem Samstag eine Demonstration zu organisieren?
  • Haben Sie aus Ihrer Sicht das Ziel, einen Widerstand zu organisieren, erreicht?
  • Was haben Sie als n├Ąchste „Aktion“ geplant?

Bis zur „Demonstration“ haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, die M├Âglichkeit, Ihre Haltung zur „Demonstration“ und deren „Organisation“ zu ├Ąu├čern – hier bei uns auf dem heddesheimblog. Meinungs├Ąu├čerungen sind ausdr├╝cklich erw├╝nscht, sofern diese sich an unsere Regeln halten. Machen Sie reichlich Gebrauch davon – es ist vollst├Ąndig kostenlos und sicher f├╝r viele BesucherInnen interessant, was an „demonstrativen“ Meinungen zusammenkommt.

Der gro├če Vorteil ist: Sie sind unabh├Ąngig von der Zeit und vom Wetter und k├Ânnen selbst aus dem Ausland Ihre Meinung dazu ├Ąu├čern. Demonstrieren Sie Ihre Meinung!

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.

  • sven

    Ich denke, wenn es nicht gelingt, am Samstag wirklich den Ort zu mobilisieren, ist der Widerstand gegen Pfenning endg├╝ltig tot. Der IG Spaziergang hat nicht wirklich ein Zeichen gesetzt, der omin├Âse Spendenaufruf hat die IG Pfenning der L├Ącherlichkeit preisgegeben – und nun diese Gespenster Demo, von der keiner wirklich was weiss.

    Nach dem 6.11. sollten wir der Wahrheit ins Auge sehen. Und passiert bis dahin kein kleines Wunder, wird dies bedeuten: Die Heddesheimer – wir alle meine ich damit – waren nicht in der Lage, berechtigten Widerstand gegen dieses Projekt wirksam zu organisieren. Dan k├Ânnen sich auch die ansonsten gesch├Ątzten Gr├╝nen ihren Asterix-Vergleich auf der Internetseite sparen.

    Stoppen k├Ânnen das Vorhaben dann vielleicht noch Gerichte. Wir als betroffene Bev├Âlkerung waren daf├╝r zu bl├Âd.

  • heddesheimerin

    Herrn Klemm gelingt es ja auch, ├Âffentlichkeitswirksam auf die Gift-Aktion der Gemeinde hinzuweisen! Warum man dann derart „autistisch“ eine Demo vorbereitet, ist mir ein R├Ątsel.

    Mein Rat: Lieber nochmal verschieben, aber dann gut vorbereiten!

  • Powerbiene

    Ein wenig mehr Optimismus bitte. Viele Heddesheimer in meinem Bekanntenkreis werden auf jeden Fall bei der Demonstration dabei sein. Allein dass in Heddesheim demonstriert wird, ist ein un├╝bersehbares Zeichen an die Gemeindeverwaltung!

    Wenn wir wirklich gegen dieses Projekt sind, dann sehen wir uns am Samstag auf der Stra├če! Uns hier im Zweifel zu suhlen bringt garnichts. Am 6.11. wird demonstriert – garkeine Frage!

    Powerbiene

  • kompakter

    hallo,

    also ich bin mal gespannt, was das werden soll. ich finde, herr prothmann kritisiert die vorbereitung zu recht.

    gru├č

    • heddy

      Lassen wir uns ├╝berraschen. Ich bin skeptisch, aber vielleicht kriegen die Heddesheimer ja endlich mal den Ar*** hoch!

      Gruss heddy

  • G├╝nther Heinisch

    Guten Abend,

    in der Tat rufen die Gr├╝nen Heddesheim am Samstag 06.11. 2010 zu einer „B├╝rgerbewegung“ die Heddesheimer ab 14.00 Uhr auf die Stra├če.

    Beginn 14.00 Uhr auf dem Platz vor dem Rathaus, den die Redaktion sehr richtig als „Fritz Kessler Platz“ recherchiert hat.

    Abschlu├čkundgebung ist auf dem Dorfplatz. Der hei├čt wirklich so.

    Es gibt einiges zu sagen und zu demonstrieren an diesem Tag. Gegen Pfenning vor Ort. Gegen Stuttgart 21 im L├Ąndle und Gegen Gorleben an diesem Tag.

    Nach Recherchen der Heddesheimer Gr├╝nen sind die mails an den blog, die Redaktion und an Herrn Prothmann in Spam-Filtern h├Ąngen geblieben. 3 Versuche der Information, keiner erfolgreich.

    Beim Mannheimer Morgen hat es funktioniert.

    Mehr gibt es morgen im Mitteilungsblatt und unter http://www.gruene-heddesheim.de/

    Ob es gelingt den Ort zu mobilisieren liegt an den B├╝rgern. Wir werden auf der Stra├če sein.

    Wir sehen uns!

    G├╝nther Heinisch
    B├╝ndnis 90 Die Gr├╝nen

    • Thomas Ott

      Danke f├╝r dieses sch├Âne St├╝ck gr├╝ner Selbstoffenbarung: „Gegen …, gegen …, gegen …“

      • G├╝nther Heinisch

        Vielleicht das Einzige was gegen mehr als 50 Jahre CDU Filz im L├Ąndle hilft?

        Ihre Parteifreunde am Ort waren v├Âllig unkritisch immer daf├╝r. Egal wie bl├Âdsinnig, egal wie falsch egal wie gut recherchiert und vorgetragen.
        Sie haben nichts zur Diskussion beigetragen und sich als einsichtsresistent erwiesen.

        Ja Herr Ott ihre CDU hat von Pfenning ├╝ber Stuttgart 21 bis zum ungekl├Ąrten Endlager ├╝berall die Finger drin bis zur Schulter und ist immer nur kritiklos daf├╝r.

        Und wundert sich dann, wenn Gegenwind aufkommt. L├Ąstern Sie nicht, machen sie mal was vern├╝nftiges f├╝r die Menschen.

      • Heddesheimer

        Ich stelle fest dass die CDU immer mehr ├óÔéČ┼żgegen├óÔéČ┼ô Denokrratische Prozesse ist, f├╝r mich bekommen wir langsam versteckte Z├╝ge wie in der ehemaligen DDR. Die Politischen wie auch Wirtschaftlichen Interessen gehen am Volke vorbei, der Kontrollstaat ist auch nicht mehr weit, gegen uns war die DDR in diesen dingen schon mehr als Fortschrittlich.
        Immer wen die CDU ├╝ber die Linke herzieht, sollte sie sich erstmal ├╝ber ihr Politik Gedanken machen, die all kontrollierende Frau Merkel d├╝rfte dabei beratend zur Seite stehen.

  • was denn noch

    Wenn es in Heddesheim B├╝rger gibt, die etwas gegen die Ansiedlung haben, so ist das eine gute Gelegenheiten dies ├Âffentlich zu zeigen.
    Immer anderen Vorhalte zu machen, was sie nicht, oder falsch gemacht haben, ist einfach. Warum haben diese Personen selbst nie etwas unternommen.
    Die, die hier aktiv waren, sind bzw. werden, gehen einer t├Ąglichen Arbeit nach und stellen ihre Freizeit f├╝r die Aktionen zur Verf├╝gung, zum Wohl der B├╝rgerschaft.

    Wenn es die Gerichte entscheiden, dann werden es wieder wenige sein, die dies ausrichten. Ausfechten f├╝r den Rest der Bev├Âlkerung. D├╝rfen wir die Wenigen wirklich im Regen stehen lassen.

    Zeigt der Verwaltung dass der B├╝rger keinen zus├Ątzlichen LKW-Verkehr will. Zeigt, dass diese Betonlandschaft nicht gew├╝nscht wird. Zeigt, dass das Dorf eine gesunde Entwicklung nehmen soll. Zeigt denen, die es ausfechten, dass die B├╝rgerschaft hinter ihnen steht, oder lasst die Fremdbestimmung eines B├╝rgermeisters und eines Spediteurs f├╝r die Zukunft des Dorfes einfach zu. Die Lethargie jedoch darf hier nicht siegen.