Dienstag, 27. Juni 2017

Schule will sich vor Vandalismus seiner PrivatschĂŒler schĂŒtzen

„Klo-Cam“: Kamera auf Toilette des Kurpfalz-Gymnasiums Mannheim

Kamera auf einer MĂ€nner-Toilette des Kurpfalz-Gymnasiums. Schulleiter Schmitt sagt: "Die Schule gehört mir - ich schĂŒtze mein Eigentum." Foto: privat

Mannheim/Rhein-Neckar, 03. Dzember 2011. (red/aktualisiert) Nach unseren Informationen wurde Strafanzeige gegen die Schulleitung wegen Datenschutzverletzungen erstattet. Die Schulleitung soll mittlerweile die Kameras entfernt haben.

UrsprĂŒnglicher Artikel:

Mannheim/Rhein-Neckar, 30. November 2011. (red) In mindestens einer MĂ€nner-Toilette des privaten Kurpfalz-Gymnasium/-Realschule ist eine Kamera installiert. Unsere Redaktion wurde von Eltern darauf aufmerksam gemacht. Die Schulleitung findet, es sei ihr Recht, dort eine Kamera zu installieren. Ist das so? Darf eine Privatschule sanitĂ€re Anlagen per VideoĂŒberwachung „schĂŒtzen“ und gleichzeitig die PrivatsphĂ€re von SchĂŒlern verletzen?

Von Hardy Prothmann

Die Aufregung bei den Eltern ist groß: „Das gibts doch nicht, war meine erste Reaktion, als ich gehört habe, dass auf den Toiletten Kameras hĂ€ngen“, sagt der Vater eines Jungen, der das Mannheimer Kurpfalz-Gymnasium besucht.

„Geschmacklos und rechtswidrig“, ist die erste Reaktion von Mathias Meder, Sprecher fĂŒr Sicherheits- und Ordnungspolitik von BĂŒndnis 90/ Die GrĂŒnen im Gemeinderat der Stadt Mannheim.

„Das ist meine Sache, ich darf das“, ist die erste Reaktion von Schulleiter Schmitt, der uns sogleich „rechtliche Konsequenzen und jede Menge Ärger“ am Telefon androht: „Sie werden darĂŒber nicht berichten.“

Zuvor erklĂ€rt uns der Schulleiter Schmitt, es habe „Schmierereien und Demolierungen“ gegeben, die ToilettenrĂ€ume seien frisch renoviert, deswegen seien die Kameras angebracht worden: „Ich muss mein Eigentum schĂŒtzen. Die Schule gehört mir.“ Angezeigt habe er die Demolierungen aber nicht: „Ich kann machen, was ich will.“

Das sind keine Kameras, sondern nur Attrappen.

Wir fragen nach, ob dass seiner Meinung nach ausreicht, SchĂŒler und andere Personen auf der Toilette zu filmen? „Das ist Quatsch, niemand wird gefilmt. Das sind nur Attrappen, die dienen der Abschreckung“, sagt Herr Schmitt. Und: „Das ist ein Unding, dass Sie in meine RĂ€ume eindringen. Das hat Ihnen niemand erlaubt.“

Dass niemand „eingedrungen“ ist und im Beisein von Eltern den Vorwurf ĂŒberprĂŒft hat, lĂ€sst Herr Schmitt nicht gelten: „Sie hĂ€tten sich einen Termin geben lassen mĂŒssen. Da könnte ja jeder kommen.“ Und ĂŒberhaupt, es sei ja unerhört, am Telefon solche Fragen zu stellen: „Sie kriegen Ärger, verlassen Sie sich drauf.“

Nur eine Attrappe? Aus Sicht von DatenschĂŒtzern macht es keinen Unterschied, ob die Kamera tatsĂ€chlich aufnimmt oder als Attrappe nur der "Abschreckung" dient. Hier wird die PrivatsphĂ€re empfindlich verletzt. Foto: privat

Ärger könnte tatsĂ€chlich Herrn Schmitt drohen. Eltern prĂŒfen eine Anzeige gegen den Schulleiter – bei der Polizei und beim Landesdatenschutzbeauftragten: „Man kann doch Kinder nicht auf der Toilette filmen. Das ist unvorstellbar.“ DarĂŒber hinaus haben wir keine Hinweis auf die Kameras entdecken können.

Angst und Abschreckung als pÀdagogischer Anspruch?

Der Datenschutzverein Foebud.org, der sich gegen Datenschutzmissbrauch engagiert und den BigBrotherAward verleiht, antwortet auf unsere Anfrage, ob Kameras, egal ob „scharf“ oder „Attrappe“ auf Schultoiletten zulĂ€ssig sind und beurteilt die BegrĂŒndung der Schulleitung:

Das ist nicht nur eine schlechte BegrĂŒndung, sondern auch eine BankrotterklĂ€rung gegenĂŒber jedem pĂ€dagogischen Anspruch. Wenn sich junge Menschen, die ja noch dabei sind, sich im Leben zu orientieren, sich nur „richtig“ verhalten, weil sie Angst haben, dass sie kontrolliert und erwischt werden, dann ist das sicher kein Gewinn fĂŒr ihre geistig-moralische Entwicklung.

UnabhÀngig davon sollten die Eltern sofort den Landesdatenschutzbeauftragten kontaktieren und sich beschweren, so Rena Tangens von Foebud.org.

Siehe unten § 20a Landesdatenschutzgesetz. Leider kommt es immer wieder an Schulen zu Vandalismus. Um dem vorzubeugen, können Videokameras aufgehÀngt werden. Nach dem Gesetz ist aber eine AbwÀgung mit den Interessen der Betroffenen erforderlich. Es ist nicht vorstellbar, dass eine Schule filmt, wer, wann auf die Toilette geht.

Verletzung der persönlichen SphÀre.

Das Kultusministerium in Stuttgart verweist auf das Landesdatenschutzgesetz § 20a und antwortet auf unsere Anfrage:

Wann dĂŒrfen in Schulen Kameras aufgehĂ€ngt werden? Welche Gesetze/Verordnungen regeln das?

Siehe unten § 20a Landesdatenschutzgesetz. Leider kommt es immer wieder an Schulen zu Vandalismus. Um dem vorzubeugen, können Videokameras aufgehÀngt werden. Nach dem Gesetz ist aber eine AbwÀgung mit den Interessen der Betroffenen erforderlich. Es ist nicht vorstellbar, dass eine Schule filmt, wer, wann auf die Toilette geht.

Wo dĂŒrfen die Kameras platziert werden und wo nicht?

Hier wird auf Absatz 3 Satz 1 des § 20a LDSG verwiesen: „Die Speicherung (Videoaufzeichnung), Übermittlung und Nutzung der nach Absatz 1 erhobenen Daten ist zulĂ€ssig, soweit sie zum Erreichen des verfolgten Zwecks erforderlich ist und keine Anhaltspunkte dafĂŒr bestehen, dass ĂŒberwiegende schutzwĂŒrdige Interessen der Betroffenen beeintrĂ€chtigt werden.“ Das heißt: Dort, wo der Vandalismus erfahrungsgemĂ€ĂŸ auftritt – ohne Verletzung der persönlichen SphĂ€re.

Wie sind die Regelungen bei Privatschulen?

Privatschulen haben in vielen Bereichen einen grĂ¶ĂŸeren Spielraum. Den Datenschutz mĂŒssen aber auch sie beherzigen. Zudem unterliegen sie natĂŒrlich der staatlichen Schulaufsicht.

Schutz des Eigentums ja, wenn unbedingt erforderlich und es keinen anderen Ausweg gibt – aber ohne Verletzung der persönlichen SphĂ€re also.

Stadtrat Meder hat unserer Kenntnis zufolge sofort einen Termin mit der Schulleitung gemacht:

„Wir hatten in Mannheim ja in der Vergangenheit schon Ärger mit Kameras an öffentlichen Schulen, die sind abgeschaltet worden. Ich gehe davon aus, dass die Schulleitung des Kurpfalzgymnasiums diesen empörenden Zustand sofort beendet – egal, ob es sich um echte Kameras oder Attrappen handelt.“

Die Privatschule Kurpfalz-Gymnasium/Realschule besuchen rund 1.000 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler. Pro SchĂŒler wird ein Schulgeld in Höhe von 230 Euro/Monat fĂ€llig (Stand: 2009).

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.

  • Lars Detmers

    Da kann man sicher geteilter Meinung sein. Ich war zuerst auch irritiert, finde das aber nicht schlimm.

  • Ralf Volkmer

    Ich persönlich finde dies sogar sehr schlimm! Es kann nicht jeder gerade wann, wo und wie er will eine Kamera aufhĂ€ngen. Ich persönlich sehe dies insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache, dass sich die Kamera in der Toilette befindet, welche Kindern und Jugendlichen zwangslĂ€ufig benutzt werden muss, gelinde gesagt doch sehr befremdlich. Die Tatsache, dass es sich angeblich nur um eine “Attrappe” handelt, ist das eine. Nur einmal angenommen es wĂŒrde sich NICHT um eine “Attrappe” handeln, wer hat denn “Zugang” zu dem “gesammelten Material”? Wer “versichert”, dass hier kein missbrĂ€chlicher Umgang mit diesen Aufzeichnungen von innen und von außen stattfindet. Also wer garantiert dafĂŒr? Beispiele fĂŒr Missbrauch von Daten gab es in der letzten Zeit doch genĂŒgend, oder irre ich mich da?

    Die Schulleitung kann m.E. eben nicht einfach tun und lassen was sie will, auch wenn es sich um eine Privatschule handelt. Es bleibt zu hoffen, dass dies entsprechende Konsequenzen hat und ernsthaft geprĂŒft wird, ob es sich wirklich nur um eine “Attrappe” handelt!

    Ich hoffe, dass sich die Behörden ernsthaft mit diesem beispiellosen Vorfall beschĂ€ftigen. Gerade auch weil in der jĂŒngsten Vergangenheit im Rhein-Neckar-Kreis an einer pĂ€dagogischen Einrichtung VorfĂ€lle bekannt wurden, mit dem die “Gesellschaft” so und in dieser Form nicht gerechnet hatte, oder einfach nur die Augen verschloss. Was nicht sein kann, das nicht sein darf!

  • Ralph

    Find das weder schlimm, noch eine Schlagzeile wert. Vor einigen Jahren war ich zwecks einer Umschulung lĂ€ngere Zeit an der Eberhardt-Gothein Schule in Mannheim und hĂ€tte mir dort, selbst als Erwachsener, Kameras auf den Toiletten gewĂŒnscht. Beinahe tĂ€glich war ich Zeuge von Übergriffen und Vandalismus in diesen RĂ€umen. Ich gehe mal davon aus dass es auf dem Kurpfalz Gymnasium nicht ganz so heftig abgeht, trotzdem kann ich diese Konsequenz gut nachvollziehen. Auch kann ich mir nicht vorstellen dass die Kameras die Nutzer beim Verrichten ihrer Notdurft filmen, sondern eher einen bestimmten, nicht ganz so intimen Bereich abdecken und somit zur Beweissicherung bei SachbeschĂ€digung dienen. Leider geht der Verfasser des Artikels darauf gar nicht ein sondern dramatisiert lieber mit angeblichen Zitaten des Rektors.
    Leider scheint dem Betreiber des Blogs die „unendliche Geschichte“ um das Thema Ströbele nicht auszureichen und daher wird nun in BILD Zeitungsniveau ĂŒber Kameras in Schultoiletten berichtet. Wer weiss, vielleicht klappt es irgendwann ja doch noch mit einer Festanstellung bei den Kollegen……

    • Lars Detmers

      Jedem seine Meinung. Zu der im Artikel angesprochenen Toilette kann ich nur sagen: Ich habe noch nie eine solch saubere Schultoilette gesehen. Die Kamera(attrappe?) zielt ĂŒbrigens auch auf keinen offenen Hosenladen…

      Mich persönlich hat besonders am Artikel die Besetzung der Rolle des KĂ€mpfers fĂŒr Recht und Ordnung (GrĂŒnen Stadtrat und Lehrer Matthias Meder) erheitert.

      Mir ist er in der Vergangenheit eher aufgefallen im Kampf fĂŒr Grillen und Sonnenbaden im Quadrat und auf den Wasserturmwiesen. Als KĂ€mpfer gegen DIE Verbieteritis.
      Mannheim erlaubt jetzt jedem (fast ĂŒberall) das Grillen (eine Liegewiese am Wasserturm wurde zum GlĂŒck verhindert). Wer in den Sommermonaten in Google nach „Grillen Mannheim“ sucht, der wird feststellen, dass sich Mannheim im Rhein-Neckar Raum als PilgerstĂ€dte der Griller der Region (in den meisten Orten ist das Grillen ĂŒbrigens verboten) etabliert hat. Die neue Polizeiverordnung fördert sogar noch die Leute, die ihren Dreck dann einfach liegen lassen, denn die Stadt (und somit die Steuerzahler) zahlt fĂŒr die Abfallbeseitigung.

      In der Pressemitteilung der GrĂŒnen heisst es:

      „Die Abfallwirtschaft ist vor Ort und macht auch einen guten Job. Wenn es an der einen oder anderen Stelle hakt muss nachjustiert werden, das war aber von vorne herein so geplant. Klar ist: die Wiese muss regelmĂ€ĂŸig und vor allem am Wochenende morgens gereinigt und die AbfallbehĂ€lter gegebenenfalls mehrmals tĂ€glich geleert werden – diese Erfahrung haben wir auch schon bei den Rheinwiesen auf dem Lindenhof gemacht.

      Es lebe der Hedonismus!

      Grillen im Quadrat (Facebook): http://www.facebook.com/group.php?gid=114215651948051&v=wall

      Wasserturm bleibt geschĂŒtzt: http://www.morgenweb.de/service/archiv/artikel/688962412.html

      P.S. Der aktuelle Schulbeitrag ist auf der Webseite des Kurpfalz nachzulesen.

      An sonsten werde ich auch weiterhin mit Freuden den Heddesheim Blog verfolgen, denn leider sind wir in Mannheim pressemĂ€ssig nur mĂ€ssig versorgt 😉

      • Heddesheimer

        Hallo,

        seien sie doch froh das sich Menschen treffen zum sprechen. Ich finde das ist Kultur und schön fĂŒr Mannheim und wĂŒnsche das andere StĂ€dte dem folgen. Berlin hat auf Tempelhof es auch hingebracht.

    • Ralf Volkmer

      Ralph Sie schreiben „Auch kann ich mir nicht vorstellen dass die Kameras die Nutzer beim Verrichten ihrer Notdurft filmen, sondern eher einen bestimmten, nicht ganz so intimen Bereich abdecken und somit zur Beweissicherung bei SachbeschĂ€digung dienen.“ Sie wissen schon dass hier möglicherweise Kinder und Jugendliche gefilmt werden, oder? Es ist jedem seine eigene Angelegenheit wann, wie und bei was man sich filmen lĂ€ĂŸt! Dies kann jeder fĂŒr sich selbst bestimmen. Nicht aber eine Schule ohne die entsprechenden Genehmigung. Auch eine Schule kann nicht und darf nicht machen was sie will!

  • tommes

    Nicht schlimm ? Hallo ! Das ist ein Skandal ! Der gute Hr. Schmitt oder wie er heißt, kann froh sein, wenn er nich bis zum Skt. Nimmerleinstag verklagt wird. In einer Toilette eine Kamera zu installieren, wo gibts denn sowas ?

  • Schaut mal in den linken Spiegel. Dort kann man eindeutig erkennen, dass die Kamera – ob nun echt oder nicht – auch auf die Reihe der Pissoars gerichtet ist.
    Also sehr wohl in Richtung „offenen Hosenladen“

  • Daniel Klein

    Das ist schlimm und absolut inakzeptabel! Das RechtsverstĂ€ndnis des Schulleiters spricht BĂ€nde und ist nicht hinzunehmen. Vandalismus hin oder her, hĂ€tte ich Kinder an dieser Schule, wĂŒrde ich sofort eine Neue suchen.
    An den Schulleiter: nix kapiert, setzen, 6

  • Ralf Volkmer

    Sehr geehrter Herr Detmers,

    ich bin schon sehr verwundert ĂŒber Ihren Kommentar zu Kameras und deren Installation auf Schultoiletten, welchen Sie in Zusammenhang mit Grillen und Sonnenbaden in Mannheim setzen. Als den einzigen, gemeinsamen Nenner kann ich hierbei lediglich die Umgebung – also die Stadt Mannheim – sehen, trotz heftigster BemĂŒhung meiner Phantasie.

    Ihre Anmerkung „Es lebe der Hedonismus!“ also hoch lebe die Freude, der Genuss und die sinnliche Begierde möchte ich in DIESEM Kontext bestenfalls als sarkastische Abschlussbemerkung werten. Ob Sie sich der Bedeutung dieser Aussage/Worte in diesem Zusammenhang bewusst waren, bezweifle ich jedoch ernsthaft!

    Sofern es fĂŒr Sie kein grundlegendes Problem darstellt – ich gehe davon aus, dass Sie das Alter von 18 Jahren bereits erreicht haben – wĂ€hrend der Verrichtung Ihres GeschĂ€ftes gefilmt zu werden, so mag dies Ihre ganz persönliche Ansicht sein. Aber ist es legitim, dass SchutzbedĂŒrftige, auch wenn – Ihrer Meinung nach „
die Kamera(attrappe?) ĂŒbrigens auch auf keinen offenen Hosenladen zielt 
“ bei der Verrichtung Ihrer Notdurft aufgezeichnet werden?
    Nur einmal angenommen, es wĂŒrde sich bei den Kameras nicht um Attrappen handeln. Können Sie garantieren, dass mit diesem Daten-/Filmmaterial kein Missbrauch betrieben wird? Ich wĂŒrde hierfĂŒr meine Hand nicht ins Feuer legen wollen.

    Wie ich bereits in einem vorherigen Kommentar auf diesem Blog zum Ausdruck gebracht habe, hat uns die jĂŒngste Vergangenheit an einer pĂ€dagogischen Einrichtung im Rhein-Neckar-Kreis eines besseren belehrt.

    In diesem Sinne verbleibe ich – auch in der Hoffnung, dass Sie mir den Zusammenhang zwischen Grillen, Sonnenbaden und der möglichen Aufzeichnung von SchutzbedĂŒrftigen in öffentlichen RĂ€umen in Mannheim bei der Verrichtung Ihrer Notdurft nĂ€her darlegen – mit freundlichen GrĂŒĂŸen

    Ralf Volkmer

    • Lars Detmers

      Guten Tag Herr Volkmer,

      wie ich Eingangs schon bemerkt hatte, kann man hier geteilter Meinung sein. Ich schĂ€tze diesen Blog dafĂŒr.

      Ich glaube, Sie haben meine „off topic“ Bemerkung schon richtig verstanden, sie bezog sich im wesentlichen auf eine allgemeine (egoistische) Geisteshaltung. wikipedia: „nur an momentanen GenĂŒssen orientierte egoistische Lebenseinstellung bezeichnet. In diesem Sinne wird der Begriff Hedonismus oft abwertend gebraucht“.

      Die Ursachen sind hier vor allem im Elternhaus zu suchen (Stichwort: (fehlende) Erziehung). Schule badet hier letztendlich aus, was im Elternhaus versÀumt wurde.

      Was ist die Lösung fĂŒr SachbeschĂ€digungen/Vandalismus auf Schultoiletten?

      Wenn man die LösungsansĂ€tze des Gemeinderatsbeschlusses zu VermĂŒllung/VermĂŒllung von beliebten GrillplĂ€tzen anschaut: Der EigentĂŒmer haftet fĂŒr die Wiederherstellung des Ausgangzustandes (EntmĂŒllung, Beseitigung von SchĂ€den). Mit gleicher SelbstverstĂ€ndlichkeit erwartet man dies von Herrn Schmitt.

      Meine Meinung ist: Es muss möglich sein, sein Eigentum zu schĂŒtzen, zur Not auch mit Kameras.

      Wenn es daten- und kinderschutzrechtliche Bedenken gibt, dann muss man dies ausrÀumen und eine Lösung finden bzw. ggfls. die Kamera nachjustieren (falls etwas gefilmt wird, was nicht gefilmt werden soll.)

  • Anwohner

    Wer weiß, ob das Nacktscanner sind?

  • Stefan Tyler

    Schwiierige Situation. Wer Kinder in Mannheim hat, kann Kameras in Schulen wahrscheinlich eher verstehen: so gut wie kein Kind geht ob der ZustĂ€nde freiwillig aufs Klo. Die GrĂ¶ĂŸeren, die das schon besser kontrollieren können, verkneifen sich das GeschĂ€ft wenn es irgendwie geht, bis sie zu Hause sind. Sowas muss man erstmals im beschaulichen Heddesheim wissen, um mitreden zu können.

    IrrefĂŒhrend finde ich die Überschrift: es ist ein erheblicher Unterschied, ob eine Kamera in der Klokabine selbst oder im Vorraum hĂ€ngt.

    • redaktion

      Guten Tag!

      Die Kamera hĂ€ngt nicht im Vorraum, sondern direkt im Raum und hat damit die Urinale im „Blick“.

      Einen schönen Tag wĂŒnscht
      Das Heddesheimblog.de

      • Walther

        Hallo Herr Prothmann,

        ja, auf einem der Bilder kann man sehen, dass die Attrappe direkt auf das Urinal gerichtet ist, allerdings sieht man auf dem Bild auch eine Sichtblende.

        Apropo Bild/er, haben Sie eigentlich eine Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Innenaufnahmen?

        • redaktion

          Guten Tag!

          Es wird behauptet, dass es eine Attrappe sei – ein Beweis liegt uns dazu nicht vor. Eine Sichtblende ist ebenfalls nicht vorhanden.

          Nein, es gibt keine „Genehmigung dieser Innenaufnahme“ – wir haben uns auch nicht darum bemĂŒht, weil Sie sich sicher vorstellen können, dass wir keine erhalten hĂ€tten.

          Das Foto hat dokumentarischen Charakter und belegt unseren Bericht. Zur Herkunft werden wir aus QuellenschutzgrĂŒnden keine Informationen mitteilen.

          Einen schönen Tag wĂŒnscht
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          • Lukas

            „Eine Sichtblende ist ebenfalls nicht vorhanden.“ Augen? natĂŒrlich is da ne sichtblende

          • Walther

            Hallo Herr Prothmann,

            selbstverstĂ€ndlich dĂŒrfen Sie dokumentieren, aber das war/ist hier nicht gefragt, sondern ob Sie die Genehmigung zur Veröffentlichung von Bildern des nicht-öffentlichen Raums (PrivatgrundstĂŒck/-gebĂ€ude) haben.

            Es es auch irrelevant, wer die Bilder gemacht hat, es geht darum, ob der, der die Bilder veröffentlicht, eine Genehmigung dazu hat/te.

          • redaktion

            Guten Tag!

            Sie haben die Antwort schon im Kommentar vorher erhalten. Einfach lesen und ein wenig nachdenken.

            Einen schönen Tag wĂŒnscht
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          • Walther

            Hallole,

            ich habe nachgedacht und eben deshalb lasse ich mich von Ihnen nicht fĂŒr dumm verkaufen.
            Im Übrigen könnte man Ihren Verstoss in Sachen Erlaubnis fĂŒr die Veröffentlichung von Bildern auch als eine Art Verletzung des Datenschutzes betrachten – hierbei gewiss nicht juristisch, aber ein guter Spin Doctor könnte das so drehen.

          • redaktion

            Guten Tag!

            Dann drehen Sie mal. Viel Erfolg!

            Einen schönen Tag wĂŒnscht
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      • S. Tyler

        Guten Morgen,

        da ich gerade Ihre „niveauvolle“ Diskussion mit dem Kollegen Walther lese, ein kleiner Tipp: man muss nicht jeden Kommentar kommentieren. Stellen Sie sich einfach die Situtation umgekehrt vor, sagen wir mal mit der Rhein-Neckar-Zeitung…

        Oft spricht ein deplatzierte Kommentar einfach fĂŒr sich selbst, wie die vier Finger, die zurĂŒckweisen, Sie wissen schon.

  • Christian Sendner

    Ich möchte einen Einwurf im Anschluss an die Argumente von Herrn Detmers machen:

    Meiner EinschÀtzung nach richtig ist, dass es in vielen ElternhÀusern an richtiger Erziehung mangelt. Nachvollziehbar ist mir auch der Eindruck, dass wenn erzogen wird, dann vor allem daraufhin, vor allem auf sich selbst zu schauen, das kann man Egoismus nennen, zuweilen auch Hedonismus. Einher geht die mangelnde Erziehung im Elternhaus mit dem wachsenden Angebot an Ganztagsbeschulung, die ja gesellschaftlich mehr denn je gefordert wird und demnach politisch ganz opportun ist: Die Eltern wollen sich entlastet sehen, Staat und Schule sieht man hier in der pÀdagogischen Pflicht.

    Der Netzauftritt des privaten Kurpfalzgymnasiums ist sehr zu kritisieren, wenn damit geworben wird, dass es im Ganztagsbetrieb keine Hausaufgaben mehr gibt. Das macht das Rundum-sorglos-Paket fĂŒr die Eltern perfekt. Und das kann nicht sein, einmal abgesehen davon, dass es erwiesenermaßen niemals ausreichen wird, wenn nicht auch GanztagsschĂŒler ihre Vokabeln noch zuhause lernen. Da ich selbst an einem Gymnasium unterrichte, das gebundenen Ganztag anbietet kann ich hierzu noch folgendes sagen: Die Halbtagsklassen schneiden im Vergleich der Leistungen besser ab, die GanztagsschĂŒler sind hĂ€ufig unselbststĂ€ndiger, weil viele es gewohnt sind, von den LehrkrĂ€ften stĂ€ndig bei der Hand genommen zu werden. Was den Eltern daher klar gemacht werden muss ist, dass auch Ganztagsschule nur mit ihrer hĂ€uslichen UnterstĂŒtzung gelingen kann und dass nicht alle erzieherischen Fragen in der Schule gelöst werden können. Dies geht zu Lasten des Fachunterrichts.

    Der pĂ€dagogische Grundsatz fĂŒr schulischen Unterricht ist: Dieser ist keine Erziehung, wenngleich er auch immer erzieht.

    Was die SachbeschĂ€digung betrifft, so ist es noch immer ĂŒblich, dass die Eltern dafĂŒr haftbar gemacht werden, wenn nachgewiesen werden kann, dass ihr Sprössling diese angestellt hat.

    DarĂŒber hinaus sind Kameras in den Toiletten einem angenehmen Schulklima abtrĂ€glich. Sie fördern es bestimmt nicht. Wenn nun bekannt ist, dass es sich nur um Attrappen handelt, werden die SchĂŒler sie bald ignorieren. Damit ist ihre Anbringung völlig hinfĂ€llig. Denn wie dieser Fall zeigt, lĂ€sst sich ein solches Geheimnis nicht lange wahren. Und das ist gut so.

    • S. Tyler

      BezĂŒglich der Haftung liegen Sie komplett daneben. „Eltern haften fĂŒr ihre Kinder“ ist einer der grĂ¶ĂŸten poulĂ€ren RechtsirrtĂŒmer. Um es deutlich zu sagen: Kein Mensch haftet fĂŒr einen anderen, jeder haftet fĂŒr sich selbst. Was sie vermutlich mal aufgeschnappt haben in diesem Zusammenhang ist folgendes: Eltern können (können!), wenn sie ihre Aufsichtsplicht ĂŒber ihre Kinder vernachlĂ€ssigen, mit in Haftung geraten (wie gesagt, fĂŒr sich selbst). Gerade das scheidet hier aber aus: sowie Kinder in die Schule gegeben werden, liegt die Aufsichtspflicht beim Lehrpersonal!

      Aber davon abgesehen ĂŒbersehen sie auch einen praktischen Nachteil: bei ihrem Modell (das Geld vom Kinder oder den Eltern holen) ĂŒbersehen sie, dass man erstmal herausfinden muss, wer der TĂ€ter war. Kameras wollen Sie keine. Also was bleibt? Lehrer begleiten jeden SchĂŒler bei jedem Toilettengang!? Menschliche Überwachung statt durch Technik, was ist da gewonnen?

  • Lars Detmers

    Guten Tag,
    mit der Kritik am Ganztagsschulsystem sprechen Sie mir aus der Seele. Meist geht es da eher um Aufbewahrung und es gibt nicht mehr Unterricht.

    Aber sie wollen doch nicht ernsthaft eine Schule und deren Konzept auf Basis einer Webseiteninformation beurteilen? Ich denke das wĂ€re auch nicht im Sinne von Herrn Prothmann, der als KĂ€mpfer gegen den „Bratwurstjournalismus“ besonderen Wert auf gut recherchierte Artikel legt.

    In letzter Zeit kann man schon den Eindruck bekommen, dass Herr Prothmann einen besonderen Fokus auf „Skandale“ legt – vielleicht tĂ€usche ich mich da auch. Aber auch als „Skandalaufdecker“ hat man eine gewisse Verantwortung. Wie man an Ihren AusfĂŒhrungen sieht, kann leicht die Kritik an einem Aspekt leicht in eine Pauschalverurteilung abgleiten.

    Ich lasse mich gerne vom Gegenteil ĂŒberzeugen.
    Herr Prothmann, schreiben Sie doch mal einen Artikel ĂŒber das KGRM.
    EIN Lob von Ihnen ist glaubhafter als eine ganzseitige Annonce im Mannheimer Morgen. Sie werden erstaunt sein, wie interessant ein Artikel ĂŒber eine Schule sein kann.

    Ein schönes Wochenende wĂŒnscht ein Fan des Heddesheimblog
    Lars Detmers

  • jpshamburg

    Also Kameras gehören nicht in ToilettenrĂ€ume. Ich glaube, da sind sich eigentlich alle einig. Man will nicht bespitzelt werden, dem Mißbrauch der Daten ist TĂŒr und Tor geöffnet, das gilt es zu verhindern.
    Der Schutz des Eigentums ist jedoch verstĂ€ndlich – und diese beiden RechtsgĂŒter sind – oder sind sie nicht ? – gegeneinander abzuwĂ€gen. Und die lediglich unkonkrete Gefahr einer Demolierung der SanitĂ€rrĂ€ume rechtfertigt nicht die Bespitzelung aller Benutzer – leider sieht es die Bundesregierung bei der Vorratsdatenspeicherung genau anders.
    Dem Schuldirektor sei empfohlen, Kameras vor den ToilettenrĂ€umen zu installieren, die per Zeitstempel dokumentieren, wer wann die WaschrĂ€ume besucht – die WaschrĂ€ume sollten regelmĂ€ĂŸig besichtigt werden und wenn eine BeschĂ€digung festgestellt wird, kann man auf die Besucherfotos zurĂŒckgreifen und ggf Zeugenaussagen einholen.
    SanitĂ€rrĂ€ume sind in vielen Schulen Orte der GĂ€ngelung – eben aufgrund der PrivatsphĂ€re – und viele SchĂŒler werden dort gequĂ€lt und gegĂ€ngelt. Oder sie dienen als heimlicher Ort um Frust abzubauen, es der Schule heimzuzahlen. Dann werden Toiletten verstopft, WĂ€nde beschmiert usw..
    Das ist ĂŒbrigens etwas, was auf jeder Schultoilette der westlichen Welt vorkommt – außer, die Kabinen haben keine TĂŒren…( sowas gibtÂŽs auch ) – und da ist eine Kamera wohl die sinnvollere Lösung.

  • Karlheinz Koch

    „Sie kriegen Ärger“ – Eine extrem uncoole Reaktion des Schulleiters gegenĂŒber der Presse! Der Mann ist offenbar ĂŒberfordert mit seinem Job. Und was tut er pĂ€dagogisch, damit die Kids auf dem Klo nicht randalieren, sondern die Schule wertschĂ€tzen?

  • Bernd Mehrtens

    Das ist ein Witz, oder? Das glaube ich nicht.

    FALLS das wirklich so ist, muss geklagt werden. Der Toilettenraum ist selbst vor Gerichten als privater Ort anerkannt, Dort darf es keine Kameras geben. Auch nicht, wenn diese nicht aufnimmt. Sie stört die PrivatsphĂ€re. Weg damit! Einfach abreißen und auf die Klage warten.

    • Redaktion

      Guten Tag!

      Die Kameras wurden wenige nach unserem Bericht demontiert.

      Einen schönen Tag wĂŒnscht
      Das Heddesheimblog.de