Samstag, 19. August 2017

Petry bewegt Dich: Fit auf die Piste

Print Friendly, PDF & Email

Guten Tag

Heddesheim, 2. Dezember 2010. Die Wintersportler jauchzen angesichts der Wetterlage: Endlich Schnee – ab auf die Piste hei├čt es in den kommenden Monaten. Ski fahren macht aber nur dann wirklich Spa├č, wenn man sich drauf vorbereitet. Dann sinkt auch die Gefahr von Verletzungen.

Von Matthias Petry

petry1

Matthias Petry: Gesundheit ist alles. Foto: local4u

Haben Sie auch schon den Winterurlaub gebucht? Geht├é┬┤s wieder f├╝r eine Woche zum Skifahren in die Berge? Haben Sie damit dann Ihr j├Ąhrliches Sportprogramm erf├╝llt? Dann geh├Âren Sie zu einer (recht gro├čen) Risikogruppe.

Der Spa├č kann gef├Ąhrlich werden.

Wer das ganze Jahr ├╝ber keinen Sport treibt und dann eine Woche lang Skipisten runterbrettert, lebt gef├Ąhrlich. Das gilt besonders f├╝r Anf├Ąnger – aber auch f├╝r gute Techniker und „alte Hasen“.

Sie kennen das: Anfangs l├Ąuft es auf der Piste noch wie geschmiert – die ersten H├Ąnge nehmen Sie mit links. Doch bald werden die Beine schwer, der R├╝cken zwickt, die Lunge brennt. Dann liegen Sie zum ersten Mal auf der Nase. Gerade nochmal gut gegangen …

Skifahren ist ├Ąu├čerst komplex. Es setzt koordinative und konditionelle F├Ąhigkeiten voraus – Kraft und Ausdauer sind gefragt. Hinzu kommt eine hohe Sturzgefahr und damit verbunden: eine hohe Verletzungsgefahr. Das wird meist untersch├Ątzt – Skifahren ist wie Autofahren ohne Knautschzone und Airbag.

Die Chirurgen sind besser im Training als ihre Patienten.

Ein Skiunfall kann das Urlaubsvergn├╝gen schnell zum Horrortrip werden lassen. Knochenbr├╝che, B├Ąnderrisse, Sch├Ądeltraumata – die Krankenh├Ąuser in den Alpenregionen sind gut ausgelastet und machen gute Gesch├Ąfte. Die dortigen Chirurgen geh├Âren zu den besten ihrer Zunft – kein Wunder, denn sie sind st├Ąndig im Training!

Az-proth-600_1

Das k├Ânnte auch Ihre Anzeige sein. Klicken Sie auf die Grafik, um zu unserer Preisliste zu gelangen.

Doch das Unfallrisiko auf der wei├čen Piste k├Ânnen Sie reduzieren. Daf├╝r bem├╝hen wir nochmal das Beispiel Autofahren: Wie pr├Ąparieren Sie Ihr Auto f├╝r den Winter? Inspektion, Winterreifen, Frostschutzmittel? Dann machen Sie ja alles richtig. Und wie pr├Ąparieren Sie Ihren K├Ârper f├╝r Wintersport? Gar nicht? Dann m├╝ssen Sie was tun.

Um Ihren K├Ârper zu st├Ąrken und f├╝r den Wintersport zu pr├Ąparieren, m├╝ssen Sie ein Grundlagentraining absolvieren, das bereits im Herbst beginnen sollte: Die Muskeln kr├Ąftigen – vor allem die Beinmuskulatur – aber auch R├╝cken, Bauch, Schultern und Arme. Am besten in einer w├Âchentlichen Skigymnastik.

Ãœben, üben, üben.

Auch eine Wirbels├Ąulengymnastik (siehe Oktoberausgabe) passt da bestens – allerdings erg├Ąnzt durch ├â┼ôbungen f├╝r die Beinmuskulatur (z. B. Kniebeugen) und f├╝r die Arme. Kaufen Sie sich f├╝r zu Hause ein Theraband inklusive ├â┼ôbungsanleitung.

Und trainieren Sie Ihre Ausdauer, Ihr Herz-Kreislaufsystem. Gehen Sie regelm├Ą├čig walken, laufen, radfahren oder schwimmen. Mindestens zweimal pro Woche f├╝r mindestens eine halbe Stunde.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Ist Ihr K├Ârper f├╝r den Wintersport vorbereitet, erm├╝det er weniger schnell. Und die meisten St├╝rze passieren dann, wenn Kraft und – damit unweigerlich verbunden – auch Konzentration und Reaktion nachlassen.

Ein trainierter K├Ârper beugt Verletzungen vor.

St├╝rze kommen dann weniger oft vor – aber nat├╝rlich sind sie auch nicht unvermeidbar. Eine trainierte Muskulatur, die Knochen, Sehnen und Gelenke sch├╝tzt, kann dann St├╝rze abfedern und das Verletzungsrisiko dadurch erheblich verringern.

Und man sch├╝tzt damit nat├╝rlich auch die anderen Wintersportler, wenn man Kollisionen auch noch am Nachmittag ausweichen kann. Wenn die Muskeln den Befehlen des Gehirns zuverl├Ąssig Folge leisten.

Au├čerdem ist man mit einer guten Fitness selbstsicherer und lockerer, man hat mehr Zutrauen in die eigenen F├Ąhigkeiten und damit mehr Spa├č auf der Piste.

Ein Skiunfall kann schlimme Folgen haben. K├Ârperliche Fitness ist die beste Pr├Ąvention, damit einem selbst und anderen nichts passiert.

In diesem Sinne w├╝nsche ich Ihnen Ski heil!

Mit sportlichen Gr├╝├čen
Matthias Petry

In eigener Sache:
Nach einem halben Jahr und sechs fachlichen Beitr├Ągen zum Thema „Sport und Gesundheit“ m├Âchte ich mich bei allen Lesern bedanken.

Die sehr guten Zugriffszahlen zeigen, dass meine Artikel in der Reihe „Petry bewegt Dich“ auf ein breites Interesse sto├čen, was mich sehr freut. ­čÖé

Es geht mir aber nicht nur um Unterhaltung, sondern vor allem darum, Menschen zu mehr Bewegung und Sport zu animieren.

Deshalb w├╝rde ich gern von Ihnen wissen, ob meine Ratschl├Ąge bislang auch irgendetwas praktisch bewirkt haben.

Wenn Sie also den einen oder anderen Tipp umgesetzt haben oder sich gar mehr bewegen wie fr├╝her, dann schreiben Sie doch ein kurzes Feedback als Kommentar.

Das w├╝rde wiederum mich noch mehr motivieren, Ihnen auch im kommenden Jahr als „gutes Gewissen“ zur Seite zu stehen. Themen gibtÔÇÖs genug, denn ohne Gesundheit ist alles nichts!

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich t├Ątig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und m├Âchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise ges├╝nder werden.

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.