Samstag, 19. August 2017

Antrag auf gemeinsame Werkrealschule genehmigt

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Guten Tag!

Heddesheim/Hirschberg, 02. April 2010. Der angepasste zweite Antrag auf eine gemeinsame Werkrealschule (WRS) zwischen Hirschberg und Heddesheim wurde vom Regierungspr├Ąsidium Karlsruhe best├Ątigt. Aber dem Schuljahr 2010/11 wird die gemeinsame Schule, die einen Wechsel der Klassen an den beiden Standorten vorsieht, in den beiden Kommunen eingef├╝hrt.

Seit dem 01. April 2010 wissen die Gemeinden Hirschberg und Heddesheim, dass der zweite Antrag auf eine gemeinsame Werkrealschule angenommen wurde.

Urspr├╝nglich wollten die Gemeinden eine Werkrealschule, bei der nur die zehnte Klasse im j├Ąhrlichen Wechsel an beiden Standorten unterrichtet wird. Dieser Antrag wurde abgelehnt.

Jetzt m├╝ssen die Sch├╝ler ab der achten Klasse pendeln. Politisch sind die SPD und B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen gegen die Werkrealschule neuen Typs und fordern ein l├Ąngeres gemeinsames Lernen und die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems.

Die Regierungsparteien CDU und FDP stehen in Sachen Schulreform enorm in der Kritik: Sowohl die Einf├╝hrung des achtj├Ąhrigen Gymnasiums als auch die Werkrealschule gehen nach Meinung der Kritiker zu Lasten der Sch├╝ler und auf der Kostenseite zu Lasten der Kommunen.

Dokumentation: Pressemitteilung der Gemeinden Heddesheim und Hirschberg

„Heddesheim/Hirschberg. Kurz vor Ostern haben die Gemeinden Heddesheim und Hirschberg Post vom Regierungspr├Ąsidium Karlsruhe erhalten: Die Einrichtung der gemeinsamen Werkrealschule ab dem kommenden Schuljahr 2010/2011 wurde nun genehmigt. „Damit wird aus zwei starken Schulen eine noch st├Ąrkere, die gleichzeitig eine verl├Ąssliche Perspektive zum Erwerb des mittleren Bildungsabschlusses bietet“, kommentierten die B├╝rgermeister Michael Kessler (Heddesheim) und Manuel Just (Hirschberg).

Der bisherige Hauptschulzweig der Johannes-Kepler-Schule Heddesheim und die Grund- und Hauptschule der Martin-St├Âhr-Schule wachsen damit ab dem kommenden Schuljahr zusammen. Die Gemeinder├Ąte und Schulgremien hatten sich zuvor daf├╝r ausgesprochen, einen gemeinsamen Antrag auf Einrichtung der neuen Schulform zu stellen. Die Grundschule der Johannes-Kepler-Schule wird eine organisatorisch eigenst├Ąndige Grundschule.

In den n├Ąchsten Wochen und Monaten werde es damit einiges zu tun geben f├╝r die Gemeinden und Schulleitungen: „Wir wollen die neue Schule nun mit gro├čen Engagement mit Leben f├╝llen“, so die B├╝rgermeister. Dabei betonten sie auch, dass die B├╝rgermeister und Gemeinder├Ąte ihren Teil dazu beitragen wollten, damit die gemeinsame Schule sachlich und finanziell gut ausgestattet sei. Auch werde nun die Verbandssatzung f├╝r den geplanten Schulzweckverband, der Schultr├Ąger werden soll, ausgearbeitet. Schlie├člich freuen sich die B├╝rgermeister, dass ihre neuen Werkrealsch├╝ler nun so lange wie es im Rahmen der Vorgaben des Kultusministeriums m├Âglich war in ihrem Wohnort unterrichtet werden k├Ânnen.

Die Klassenf├╝hrung der neuen Schule sieht folgenderma├čen aus: Die Klassenstufen 5 bis 7 der Johannes-Kepler-Schule in Heddesheim und der Martin-St├Âhr-Schule in Hirschberg bleiben einz├╝gig an jedem Standort vorhanden, die Sch├╝ler werden also bis Klasse 7 in ihrem Wohnort unterrichtet. Die Klassenstufen 8 und 9 werden nach den Vorgaben der Schulverwaltung zweiz├╝gig an einem Standort gef├╝hrt. In jedem Schuljahr wechselt der Standort dieser beiden Klassenstufen. Es wird angenommen, dass die Klasse 10 – je nachdem, wie die Sch├╝lerzahlen sind – in der Regel lediglich einz├╝gig gef├╝hrt wird, sodass diese Abschlussklasse ebenfalls im j├Ąhrlichen Wechsel gef├╝hrt wird.

Konkret sollen im kommenden Schuljahr die jetzigen Sch├╝ler der siebten Klassen, die dann in die achte Klasse kommen, gemeinsam in Heddesheim unterrichtet werden. F├╝r die Sch├╝ler, die dann die neunte Klasse besuchen sowie die Sch├╝ler der zehnten Klasse des kommenden Schuljahrs ├Ąndert sich nichts. Die Klasse 10 findet dann wie vorgesehen in Hirschberg statt. F├╝r die F├╝nft- bis Siebtkl├Ąssler ├Ąndert sich dabei nichts – au├čer, dass nach dem neuen p├Ądagogischen Konzept der Werkrealschule unterrichtet wird.

Nun geht es an die Umsetzung und die Mitarbeiter in den Rath├Ąusern und Schulen arbeiten bereits daran, dass die Schule im September einen guten Start hinlegen kann.“

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.

  • klein-u

    F├╝r alle die sich jetzt dar├╝ber freuen m├Âchte ich die zur├╝ckgetretenen Landeselternbeir├Ąte Christiane Staab und Sylvia Wiegert aus Schule im Blickpunkt 2009/2010 Heft 3 zum Thema „neue“ Werkrealschule zitieren:

    Die Einf├╝hrung der ├óÔéČ┼żneuen├óÔéČ┼ô Werkrealschule ist letztlich der Gipfel einer Politik, die sich darauf beschr├Ąnkt, irgendetwas einzuf├╝hren in der Hoffnung, dass sich dann die Probleme von selbst l├Âsen. Die zahlreichen Bedenken im Vorfeld werden in den Wind geschlagen und ├óÔéČÔÇť wie fast immer ├óÔéČÔÇť wird das Erwachen wohl heftig werden. Weder die Finanzierung noch die notwendige Ausstattung der Schulen sind gekl├Ąrt. Wie die Kumulierung von Hauptsch├╝lern mit zum Teil multiplen Problemlagen an gro├čen Werkrealschulen bew├Ąltigt werden soll, ist ebenfalls ungekl├Ąrt. Die Kosten f├╝r die notwendigen Sch├╝lerverkehre, die durch die Schlie├čung der standortnahen Hauptschulen entstehen, zahlen die Eltern. Der Trick hierf├╝r bestand darin, die Werkrealschule zur ├óÔéČ┼żWahlschule├óÔéČ┼ô zu erkl├Ąren. Da die Hauptschule vor Ort als ├óÔéČ┼żPflichtschule├óÔéČ┼ô aber gar nicht mehr alternativ zur Verf├╝gung steht, muss das Kind fahren und die Eltern, da es ja auf eine ├óÔéČ┼żWahlschule├óÔéČ┼ô geht, m├╝ssen bezahlen. Wie so oft hat keine oder nur eine unzureichende Fortbildung der Lehrer stattgefunden. Das Schlimmste: Bis heute gibt es keinen Bildungsplan, der aufzeigt, wie die Werkrealschule ab September arbeiten wird. Wie die dringend notwendige F├Ârderung der schwachen Hauptsch├╝ler aussieht, bleibt ebenfalls ungekl├Ąrt.

    Frohe Ostern

  • Argus

    Das alles ist ein Etikettenschwindel der Politik !
    Dieser Schulabschlu├č wird mit Sicherheit von Ausbildungsbetrieben nicht als vollwertige Realschulbildung anerkannt.
    Ein Sparversuch auf Kosten der Kinder!

  • jawiejetzt?

    Guten Tag,

    eine Schulpolitik bei der operative Hektik und blinder Aktionismus ohne Konzept und ├ťberlegeung, dazu ohne R├╝cksicht auf Verluste und etwaige Konsequenzen ein geplantes Handeln und Orientierung an den Bed├╝rfnissen der Sch├╝ler ersatzlos ersetzt hei├čt „Schavanismus“.

    Dazu noch eine Kultuspolitik bei der eine bescheuerte Idee die andere und ein Lehrplan den n├Ąchsten jagt und man bekommt Schulpolitik a la Baden-W├╝rttemberg.

    Kein Wunder da├č Herr Mappus den Kultusminister Rau als erstes weggelobt hat. Er will ja schlie├člich 2011 wiedergew├Ąhlt werden. Wenn aber die neue Ministerin auch Anette mit Vornahmen hei├čt oder sich so benimmt, dann k├Ânnte und sollte das schiefgehen.

    Schon wegen der Schulpolitik ist es in Baden-W├╝rttemberg h├Âchste Zeit f├╝r einen Wechsel, da braucht es nicht einmal einen Obama – yes, we can!

    Frohe Ostern