Mittwoch, 18. September 2019

Viel Lärm um Nichts?

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Leserbrief: Holger Menge

Das so arg diskreditierte Großprojekt mag offensichtlich doch nicht allen gefallen.

Verkehr: Wie selbst Pfenning feststellte: Heddesheim hat bereits ein Verkehrsproblem. Einige Hundert Lkw-Bewegungen mehr oder weniger machen dann sicherlich auch nicht mehr viel aus. Außerdem, er wohnt ja nicht hier.

Bebauung und Umwelt: Hier könnten sich die regionalen Möbelhäuser ein Beispiel nehmen. Ein Beispiel für Gemeindeentwicklung des 21sten Jahrhunderts. Wurden doch bereits in den 70er Jahren eindrucksvolle Baudenkmäler geschaffen, die seit jenen Tagen ewig diesem Ort bereits von fern sein charakteristisches Erkennungsbild verleihen. Weiter so!

Ertrag: Ein Superdeal für die Gemeindekasse. Gefühlte 2 Millionen Euro auf dem Papier. Angesichts des Gesamtvolumens ein Witz! Der Gewinner heißt Pfenning! Erwartete reale Folgekosten und Risiken für infrastrukturelle Anpassungen werden schlicht ignoriert.

Informationen: Alles wird gut! Die medialen Beruhigungspillen zeigen Wirkung. Das ist große Politik und gelebte Demokratie! Eindrucksvoll demonstriert der Gemeinderat, wie Klärungen wichtiger Fragen um dieses Projekt gar ratsintern vermieden werden können. Enttäuschend!

Resümee: Ich fühle mich durch diesen Auftritt der kleinen Schar gewählter (!) Gemeindevertreter als Bürger nicht mehr ernst genommen. Es gibt bis heute noch keine belastbaren Daten oder abgesicherte Planungen, die Risiken und erwartete Belastungen für die Bewohner dieses Ortes sinnvoll und zielführend entkräften.

Die Lobgesänge sind unglaublich einseitig und mehr als dreist. Hier hat die Führung der Gemeinde versagt! Die Dimensionen für Investment und potenzielle Konsequenzen erfordern dagegen höchste Wachsamkeit, eine faire und redlich geführte offene Diskussion und eine korrekte Informationspolitik.

Es hilft nichts, Gemeinderäten den Mund zu verbieten oder das Thema krampfhaft aus der Gemeinderatswahl herauszuhalten. Damit wird Vertrauen verspielt, es werden Spekulationen geschürt und Szenarien provoziert, die eine Gemeinde eher polarisieren als verbinden.

Was kommt als nächstes? Es ist nun an der Reihe der Bürgerinnen und Bürgern dieser Gemeinde, am 7. Juni mit der Möglichkeit ihrer Stimme diese Arbeit zu bewerten.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.