Mittwoch, 24. April 2019

Kinderkrippe an der Nordbadenhalle eröffnet

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Heddesheim, 01. September 2009. Heute wurde die neue Kinderkrippe für bis zu zehn Kinder unter drei Jahren offiziell in Betrieb genommen. Die Plätze sind bereits ausgebucht. 2010 sollen zehn weitere Plätze durch einen Ausbau hinzukommen.

Von Hardy Prothmann

Die Kinderkrippe wird vom gemeinnützigen Verein Postillion e.V. betrieben. Die Abteilungsleiterin Kinderkrippen, Bettina Kiem, lobte die Zusammenarbeit mit der Gemeinde: „Dadurch, dass wir von Anfang an in den Bauprozess mit eingebunden waren, konnten wir viele Vorschläge einbringen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.“ Auch Bürgermeister Michael Kessler bestätigte die gute Zusammenarbeit: „Der Verein ist sehr erfahren – für uns ist das Thema Kinderkrippe neu. Insofern haben wir gerne auf die Unterstützung zurückgegriffen.“ Baubeginn war März 2009.

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Minitoilette, aber ein riesiges Waschbecken. Kleinstgerecht eben. Bild: hblog

Die zehn Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren sind schon vergeben – zwei davon schon vor der offiziellen Eröffnung: „Bei diesen Kindern bestand ganz dringend ein Betreuungsbedarf, weswegen wir sie schon Mitte August aufgenommen haben“, sagte die Krippenleiterin Petra Lietz, die als Sozialpädagogin zusammen mit zwei Erzieherinnen die Kinder betreut.

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Der Schlafraum in der neuen Kinderkrippe. Bild: hblog

Bis alle Kinder in der Betreuung sind, wird es allerdings Januar werden: „Alle Kinder brauchen eine Eingewöhnungsphase, manchmal nur zwei Wochen, manchmal länger. Die Gruppe wird nach und nach wachsen. Wenn wir alle auf einmal nehmen würden, würde das die Kinder überfordern“, sagte Bettina Kiem auf Nachfrage.

Die zehn Kinder sind in der Ganztagesbetreuung von 07:00-17:00 Uhr untergebracht: „Zur Zeit haben wir noch keine Halbtagsbetreuung. Sobald sich hier eine Gruppe bilden lässt, werden wir auch das anbieten“, sagte Bettina Kiem. Die Betreuung kostet 475 Euro im Monat pro Kind. Darin sind 50 Euro Essensgeld enthalten: Die Kinder erhalten drei Mahlzeiten, wobei das Mittagessen vom Wilhelmsfelder Gasthof Adler geliefert wird, der ein spezielles Catering „Kidsmeal“ anbietet: „Wir arbeiten schon lange mit dem Gasthof zusammen. Beispielsweise ist es wichtig, sehr salzarm zu kochen“, sagt Frau Kiem.

„Noch vor einem Jahr lagen die Preise fast bei dem Doppelten“, sagte Bettina Kiem. Die Preise seien nun gefallen, da die Zuschüsse durch Bund und Länder an die Kommunen höher geworden sind. Die Kommunen sind umgekehrt gesetzlich verpflichtet, bedarfsgerecht Kinderbetreuungsplätze anzubieten. Die Gemeinde rechnet mit einem Bedarf von 60-70 Plätzen für Kinder unter drei Jahren.

Die Ausbauarbeiten in der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Nordbadenhalle sind abgeschlossen. In der Kinderkrippe müssen noch einzelne Einrichtungen vorgenommen werden oder Lampen an die Decke, wo bislang nur Glühbirnen an Drähten hängen: „Die machen Licht und das ist die Hauptsache. Für uns ist die Betreuungsarbeit vorrangig, kleine Verschönerungen kommen in den nächsten Wochen“, sagt Krippenleiterin Petra Lietz.

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Ortstermin (von links): Andreas Ernst (Bauamt), Petra Lietz (Leiterin), Bettina Kiem (Postillion), Bürgermeister Kessler. Bild: hblog

Noch nicht fertig gestellt ist der Außenbereich: „Drinnen war wichtiger und ich bin froh, dass das in der kurzen Zeit so gut gelungen ist“, sagte Bürgermeister Kessler. Die Kosten waren ursprünglich auf 165.000 Euro veranschlagt, liegen jetzt aber bei 190.000 Euro wovon 70.000 Euro über einen Zuschuss von Land und Bund beglichen werden: „Der Außenbereich war nicht in dieser Form überplant, daher die Mehrkosten.“ Bauamtsmitarbeiter Andreas Ernst sagte: „Neu war für uns, dass wir eine Unterstellmöglichkeit für Kinderwagen brauchen, für die in der Krippe kein Platz ist.“ Also braucht es noch einen „Kinderwagen-Carport“.

Für den Außenbereich ist ein 1,80 Meter hoher Zaun aus Lärchenholz vorgesehen, der fast „blickdicht“ ist: „Wir wollen, dass die Kinder durch Außeneinflüsse nicht gestört werden“, sagte Frau Kiem. Die Bodenbeschaffenheit ist unterschiedlich gestaltet, also Rasen, Pflaster oder Rindenmulch, damit die Kinder unterschiedliche Untergründe kennenlernen. In der Betreuersprache heißt das „bodennahe Beschäftigung“. Zum Sandkasten geht es ein kleines Hügelchen hinauf – damit die Kinder auch Ebenen kennen lernen.

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Außen ist noch Baustelle. Das soll sich bald ändern. Links (rot) ist die neue Kinderkrippe zu sehen, rechts daneben befindet sich der Gymnastikraum, der 2010 umgebaut werden soll. Bild: hblog

Für 2010 ist geplant, dass ein an die Krippe anschließender Gymnastikraum ebenfalls umgebaut wird. Dann gibt es Platz für insgesamt 20 Kinder: „Wir realisieren jetzt noch den Außenbereich für die erste Gruppe“, sagte Bürgermeister Kessler auf Anfrage. Der andere Teil des Außenbereichs muss warten, bis die Gymnastikhalle umgebaut ist: „Denn sonst würde ja durch die Bauarbeiten vieles wieder in Mitleidenschaft gezogen.“

Was wie gebaut wird, ist noch nicht entschieden: „Wir sind in der Planungsphase“, sagte Bürgermeister Kessler. Mit Abschluss dieser Bauarbeiten wäre dann zumindest für die nächste Zeit der Betreuungsbedarf der Gemeinde für Krippenplätze gedeckt.

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Der Entwurf für den Außenbereich der Kinderkrippe. Klicken Sie auf das Bild für eine größere Darstellung. Quelle: Gemeinde Heddesheim

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.