Sonntag, 20. August 2017

Die Clique: Wie Pfenning, MM, Kessler und Nussbaum-Medien zusammenwirken

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Guten Tag!

Heddesheim, 01. April 2010. (red) Heute ist im Mitteilungsblatt eine Werbung der Unternehmensgruppe „Pfenning“ erschienen. Diese Werbung ist im Internet auf der Heddesheim-Seite des Mannheimer Morgen schon gut eine Woche als „Presseerkl├Ąrung“ abrufbar. Der Mannheimer Morgen wird damit nachweisbar zu dem, was er schon lange ist: Ein unkritisches Werbeblatt. Der B├╝rgermeister Michael Kessler und sein Mitteilungsblatt scheren sich wenig um einen anst├Ąndigen Umgang mit der ├ľffentlichkeit und lassen mitten in der Zeit der Offenlage eine Werbung zu, die wieder einmal nur dazu dient, die ├Âffentliche Meinung zu manipulieren.

Von Hardy Prothmann

Mitteilungsblatt010410

Werbung oder Presseinformation? Quelle: Mitteilungsblatt

Seit mindestens einer Woche ist ├╝ber die homepage des MM auf der Seite ├╝ber Heddesheim eine Presseinformation der Unternehmensgruppe „Pfenning“ abrufbar.

Diese Presseinformation wurde also auf Anordnung der Redaktion von einem Techniker dort eingestellt. Vielleicht hat sie auch ein Redakteur selbst dort ver├Âffentlicht.

Das heddesheimblog hat diese „Presseinformation“ bis heute nicht erhalten. Wohl aber der Mannheimer Morgen. Selbst besorgt oder recherchiert hat der Mannheimer Morgen diesen Text nicht. Denn auf der homepage der Unternehmensgruppe „Pfenning“ selbst gibt es diese „Presseinformation“ nicht.

Im Mitteilungsblatt ist diese „Presseinformation“ heute als „Artikel“ abgedruckt. Eine Kennzeichnung als „Anzeige“ fehlt – ein klarer Versto├č gegen die Richtlinien des Deutschen Presserats.

Die Anzeigenpostille „Mitteilungsblatt“ ist dort aber kein Mitglied, weswegen man gegen den Verlag Nussbaum-Medien keine Beschwerde einreichen kann. Sprich – Nussbaum Medien kann beliebig gegen die guten Sitten der redaktionellen Selbstverpflichtung, Anzeigen deutlich zu kennzeichnen, versto├čen.

Vielleicht ist es aber auch keine bezahlte Anzeige, sondern ein „reaktioneller Text“? Dann hat der f├╝r den redaktionellen Teil verantwortliche B├╝rgermeister Michael Kessler die Verantwortung daf├╝r zu tragen, dass unkritisch und ungepr├╝ft eine Werbebotschaft verbreitet wird.

presserat

Richtlinien des Deutschen Presserats. Quelle: Presserat

Der Mannheimer Morgen hat ebenfalls die Verantwortung zu tragen, dass die auf der homepage ver├Âffentlichte „Pressemitteilung“ nicht eingeordnet wird, es keinerlei redaktionellen Hinweis gibt, wie mit diesem Text umzugehen ist.

Der Mannheimer Morgen ist damit auf dem besten Weg, auf das Niveau eines „Mitteilungsblattes“ zu sinken.

Der Mannheimer Morgen stiehlt sich aus jeder Verantwortung und l├Ąsst es vollkommen unkritisch zu, dass ein Unternehmen seine Botschaft unters Volk bringt und das auf der eigenen Internetseite des Mannheimer Morgen im redaktionellen Umfeld, von dem viele Menschen immer noch glauben, es sei unabh├Ąngig und kritisch.

Was der Mannheimer Morgen hier veranstaltet, ist besch├Ąmend f├╝r ein Blatt, das vor Jahrzehnten noch unter Journalisten als gute Adresse galt.

Die mediale Kampagne und Kumpanei zwischen „Pfenning“, B├╝rgermeister Kessler, Mannheimer Morgen und Nussbaum-Medien (Mitteilungsblatt) ist so unverhohlen und so frech, dass einem die Spucke wegbleibt, mit welcher Selbstsicherheit diese Clique agiert und die ├ľffentlichkeit an der Nase herumf├╝hrt.

Im Mittelpunkt steht B├╝rgermeister Kessler. Der verhindert Gegendarstellungen im Mitteilungsblatt und l├Ąsst kritische Texte dort nicht zu.

Nussbaum-Medien ist das egal – der Vertragspartner ist die Gemeinde Heddesheim und deren Rathauschef Kessler und der bestimmt, was gemacht wird.

Als die IG neinzupfenning vor der B├╝rgerbefragung eine bezahlte Anzeige schalten wollte, nahm Nussbaum-Medien diese nicht an. Begr├╝ndung: Keine.

Michael Kessler verweigert zudem  kritischen Medien Informationen und erteilt seinen Mitarbeitern einen Maulkorb.

Gleichzeitig bedient sich dieser Feind der Pressefreiheit einer willf├Ąhrigen Zeitung, die, vollst├Ąndig unkritisch, abdruckt, was er will.

├â┼ôber Steuergelder finanziert er einen „Dialog“, der mindestens 35.000 Euro kostet und im Ergebnis bei der suggestiven B├╝rgerbefragung 40 Stimmen mehr „f├╝r Pfenning“ bringt.

Pfenning hat seit Herbst niemand mehr in Heddesheim gesehen. Der „gute Nachbar“ schert sich n├Ąmlich wenig um die gute Nachbarschaft.

Aktuell wurde es wieder eng in der ├Âffentlichen Wahrnehmung, weil immer mehr B├╝rger anzweifeln, ob die „Schiene“ tats├Ąchlich kommt.

Pl├Âtzlich wird die Clique wieder aktiv: ├â┼ôber die Medien Mitteilungsblatt und Mannheimer Morgen wird die Werbebotschaft unters Volk gebracht und dies w├Ąhrend der Offenlage des Bebauungsplans zur geplanten „Pfenning-Ansiedlung“. Einer Zeit also, in der B├╝rger ihre kritischen Einw├Ąnde vorbringen k├Ânnen.

Dieser Werbetext soll die Gemüter beruhigen. Das Kalkül ist klar: Vielleicht wird so der ein oder andere Einwand nicht vorgebracht.

Das aber ist nichts anderes als ein erneuter Manipulationsversuch einer Clique, die sich l├Ąngst von jedem Anstand vor der ├ľffentlichkeit verabschiedet hat.

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.

  • Argus

    Durch diese Hofberichterstattung lasse ich mich nicht manipulieren!

    Die Kumpanei mit der Fa. wird immer offensichtlicher!

    „Man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen m├Âchte“.
    (Diesen Satz soll Max Liebermann geformt haben.)

    Er trifft in diesem Fall mein Gef├╝hl.

  • lutz

    So langsam resigniert man. Haben kritische Heddesheimer und Medien gegen diese Kumpaneien von Konzern, Politik und Lokalblatt eigentlich eine Chance? Ich f├╝rchte, nein.

  • Heddesheimer

    Der Mannheimer Morgen ist/wird kein Ruhmesblatt f├╝r unsere Nachbarstadt Mannheim. F├╝hlt sich keiner Verpflichtung seines gro├čen Namens gegen├╝ber.

    • Heddesheimer

      Man sollte sich ├╝berlegen ob man eine Freitagsdemo vor dem Rathaus organisiert, vielleicht mobilisiert man eine Mehrheit der B├╝rger jetzt.

      • neckarundrhein

        ich bin dabei. wann geht’s los?

        frohe ostern

  • Visitor

    Habe das „K├Ąsblatt“ gek├╝ndigt, jetzt folgt der MM. Das muss man sich nicht antuen. Lese ab sofort die Zeitungen ├╝bers Internet und selbstverst├Ąndlich das blog. So bin ich up to date und spare Geld.

  • wasdennnoch

    Warten geht nun nicht mehr. B├╝rger und wehrt Euch. Bis zum 16. April m├╝ssen die Einspr├╝che abgegeben sein. Es geht noch was, man
    muss es nur wollen. Es gibt viele Gr├╝nde die gegen Pfenning sprechen, aber keine mehr daf├╝r. Vern├╝nftigen Argumenten steht die starre, unglaubliche Haltung des B├╝rgermeisters und seiner Vasallen gegen├╝ber. Was muss noch alles bewiesen werden, bis diese Menschen Vernunft annehmen. Zumindest ein Teil davon sollte auch an die eigene Zukunft denken. Stimmenentzug gab es das letzte Mal bei der Kommunalwahl. Diese kommt schneller wieder als man denkt. Menschen haben ein langes Ged├Ąchtnis.
    Resignation w├Ąre die falsche Richtung.

  • Visitor

    Die IG neinzupfenning sollte versuchen eine Presseerkl├Ąrung an den MM zu schicken. Schaunn mer maal was sich dann tut. Ver├Âffentlicht der MM nicht, ist „quadratur“ des Kreises geschlossen.

  • kein name

    Mal ein anonymer – wie die anderen sieben hier auch – Kommentar zur G├╝te. Sie sollten schon richtigerweise sagen, dass in dieser Ausgabe Auf Seite 28 der Anzeigenteil beginnt und bis Seite 44 geht Es ist also davon auszugehen, dass es sich da um eine Anzeige handelt. Auf Seite 28 sowie auf mehreren Seiten steht auch das Wort „Anzeigen“, schauen Sie mal unter http://www.nussbaum-epaper.de … Also nicht die Pferde scheu machen.

    Und anders als vielleicht ein Amt ist Pfenning nicht verpflichtet, Ihnen eine Mitteilung zukommen zu lassen. H├Ątten Sie den Text als Anzeige angenommen, wenn Pfenning gefragt h├Ątte? Immerhin nehmen Sie ja Anzeigen von den Gr├╝nen. Ob die daf├╝r bezahlen, denn immerhin vertreten sie ja Ihre politische GEsinnung im Gemeinderat.Ihr Berufsethos hindert sie ja wahrscheinlich sowieso daran, die Mitteilung von Pfenning zu ver├Âffentlichen.

    GEnau wie meinen Kommentar hier, der wird sicher auch nicht ver├Âffentlicht, denn Kritik k├Ânnen Sie ja nicht vertragen. Ich bin gespannt, ob Sie ├╝ber ihren Schatten springen. Es t├Ąte zumindest der Glaubw├╝rdigkeit gut – und ich kann darin keine diffamierenden oder sinnlose Inhalte erkennen — bin gespannt.

    An Kommentator 5579 – im MM ist in letzter Zeit einiges von der IG neinzupfenning gestanden, das wird auch gebracht. Also auch hier Ball flach halten und nicht die allgegenw├Ąrtige Verschw├Ârung wittern

    • Argus

      @kein name
      „GEnau wie meinen Kommentar hier, der wird sicher auch nicht ver├Âffentlicht, denn Kritik k├Ânnen Sie ja nicht vertragen“
      …………………………………………………………….
      ├ťberrascht,dass Ihr Kommentar ve├Âffentlicht wurde ?

      Es geht ├╝berhaupt nicht um diffamierende oder sinnlose Inhalte,sondern wieder einmal um die Manipulationsversuche durch Pfenning und BM/GR!

    • Snake Plissken

      Scheint mir eher so als w├╝rden Sie selbst zu der angesprochenen Clique geh├Âren..sonst w├╝rden Sie sich nicht derart aufregen

  • jawiejetzt?

    Guten Tag,

    nun ja, ein Text, der vom MM verlinkt auf den Seiten des Morgenweb wohl l├Ąngere Zeit stehen bleiben wird, wohingegen er als Artikel oder Pressemitteilung dort zumindest in den nur Abonenten zug├Ąnglichen Bereich gerutscht w├Ąre. Ein Text, der im Morgenweb selbst verlinkt ist und nicht etwa zu Pfenning http://www.morgenweb.de/pdf/Statement_Heddesheim.pdf.

    Was diese Dauerverlinkung wohl kostet. Und ist das dann noch eine Mitteilung oder eine Anzeige? Im Mitteilungsblatt steht der Text im Anzeigenteil. Damit ist es eindeutig eine Anzeige. Inhaltlich ist es eine politische Botschaft, wenn auch keine eindeutige. Typisch Pfenning eben.

    Und es ist mehr, es ist was eine Anzeige immer ist, der Versuch der Beeinflussung. Der Versuch der Manipulation in diesem Fall.

    ├ťberhaupt besteht dieses ganze Verfahren um Pfenning mehr aus Manipulation denn aus Information.

    Selbst als der B├╝rgermeister im Sommer 2009 in seinem 6-Seitenpapier schrieb, man bef├Ąnde sich am Beginn eines offenen und transparenten Verfahrens mit der ganzen Ansiedelungsdiskussion war das Manipulation. Da ist nichts offen und da ist nicht transparent.

    Im Gegenteil, es herrscht Lug und Trug. Pfenning sagt nicht, was wirklich vorgehen soll, die von Pfenning angegebenen Daten zur Verkehrsentwicklung sind besch├Ânigt und get├╝rkt, die Arbeitspl├Ątze wurden hochgerechnet und es liegt keinerlei Absicht vor, mittlerweile wei├č man da├č auch die F├Ąhigkeit nicht vorliegt, Gewerbesteuer zu zahlen. Der oft gepriesene Gleisanschlu├č …

    „Im hart umk├Ąmpften Logistikmarkt wird es f├╝r jeden Anbieter immer schwieriger, ein echtes Alleinstellungsmerkmal zu finden. Wir sehen den Gleisanschluss in sinnvoller Kombination mit Stra├čenverkehr als ├Ąu├čerst wichtige Trumpfkarte f├╝r unser Gesch├Ąftsmodell.“

    Eine Trumpfkarte, die weder gehegt noch gepflegt wird, die auf Eis liegt und wahrscheinlich erst ein Jahr nach dem Baubeginn beantragt und weitere zwei Jahre sp├Ąter nach der Genehmigung erst gespielt werden kann. Wer soll das glauben? Und es ist immer noch nicht klar, ob dieser in Aussicht gestellte Gleisanschlu├č ├╝berhaupt von den f├╝r die Sicherheit auf der Strecke zust├Ąndigen Beh├Ârden genehmigt werden kann. Das ist die Kernfrage, alles andere ist Pfenning wischiwaschi.

    Und die Verwaltung und ihr B├╝rgermeister und leider auch eine Mehrheit des Gemeinderates manipulieren eifrig mit.

    Es entstehen auf 200.000 m├é┬▓ 100.000 m├é┬▓ Lagerfl├Ąche, 1.500.000 m├é┬│ umbauter Raum, wahrscheinlich mehr. Und niemand sieht da ein Problem.

    Die Gutachten triefen vor Gef├Ąlligkeiten oder wurden schon so in Auftrag gegeben, da├č keine negative Aussagen resultieren k├Ânnen. Bestes Beispiel der Verkehr. Von allen Faktoren, die eine Rolle spielen wird nur ein Element, die Kreisverkehre untersucht und dies auch ohne jede Kritik. Wenigstens gab der Gutachter zu, da├č sie zu klein sind, aber Konsequenzen daraus zieht er nicht.

    Die Tr├Ąger ├Âffentlicher Belange finden Knackpunkte, die 12:9 Fraktion schweigt dazu.

    Die Offenlage wird in der ├╝blichen Weise gemacht, trotz anders lautender Antr├Ąge. Das ist eine Behinderung, die gewollt ist und in Kauf genommen wird. Es h├Ątte keiner besonderen Antrengung bedurft in unserer Informationsgesellschaft des fr├╝hen 21. Jahrhunderts die Unterlagen im internet zur Verf├╝gung zu stellen, wie es in hunderten von St├Ądten und Gemeineden mittlerweile ├╝blich ist.

    Usw usf, die Liste ist lang, so lange wie die Liste der Argumente gegen Pfenning. Die Liste der Argumente f├╝r Pfenning hat sich mittlerweile in Schall und Rauch aufgel├Âst.

    W├Ąre diese ein offenes und transparentes Verfahren, so m├╝├čte die ├ťbermacht der Gegenargumente ja irgenwann einmal Auswirkung auf die Bef├╝rworterfraktion haben, der die Argumente daf├╝r ausgehen und die keine neue liefern kann und das auch nicht mu├č, mit 12:9.

    Dazu pa├čt auch da├č der Anzeigenkunde Pfenning schreiben kann was er will und dann auch brav verlinkt wird, wohingegen man eine Anzeige der popeligen IG Nein zu Pfenning ablehnt. Wes Brot ich ess, dess Lied ich sing…

    Sch├Âne Ostern.